Samstag, 08. Februar 2020

Urteil im Fall Oberhollenzer: Kein Mord, kein Gefängnis

Still und leise wurde im Todesfall von Maria Magdalena Oberhollenzer ein gerichtlicher Vergleich erzielt: Patrick Pescollderungg wurde zu 4 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Hinter Gitter muss er aber nicht mehr.

Er muss nicht mehr ins Gefängins: Patrick Pescollderungg.
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Er muss nicht mehr ins Gefängins: Patrick Pescollderungg. - Foto: © d

Ende Jänner war die Bozner Staatsanwaltschaft nach Abschluss der Ermittlungen zu dem Schluss gekommen, dass es sich im Fall der am 27. Dezember 2018 tot aufgefundenen Maria Magdalena Oberhollenzer um einen tragischen Unfall gehandelt hat.

Die 54-Jährige war in ihrer Wohnung in St. Georgen mit dem Gürtel eines Bademantels stranguliert aufgefunden worden.

Das nun von Vorverhandlungsrichter Andrea Pappalardo gefällte Urteil bestätigt die Aussagen Patrick Pescollderunggs, der zunächst des Mordes angeklagt worden war, dass es keine Tötungsabsicht gegeben hatte.

Der 35-Jährige wurde in einem gerichtlichen Vergleich wegen fahrlässiger Tötung zu 4,5 Jahren Haft verurteilt. Da er jedoch bereits mehr als ein Jahr im Gefängnis und im Hausarrest verbracht hat und somit weniger als 4 Jahre Haft übrig sind, muss er nicht mehr ins Gefängnis.

Bis das Urteil rechtskräftig wird, bleibt Pescollderungg auf freiem Fuß. Die Generalstaatsanwaltschaft in Trient hätte noch die Möglichkeit, am Kassationsgericht in Rom in Berufung zu gehen.

Verteidigter Marco Mayr, der Pescollderungg gemeinsam mit seinem Kollegen Ivo Tschurtschenthaler vertritt, hält das jedoch für unwahrscheinlich. Er ist mit dem Vergleich sehr zufrieden.

„Patrick Pescollderungg hat sich während seiner Haft durch gute Führung ausgezeichnet, und auch die kommenden 3 Jahre ist er bereit, sich den durch das Urteil auferlegten Vorgaben zu stellen“, so Mayr gegenüber STOL.

Dazu gehören neben Sozialarbeit auch gerichtlich auferlegte Ausgangszeiten.

liz

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