Donnerstag, 26. August 2021

Urteil: Michelangelos Steinbrüche fügen Umwelt keine Schäden zu

Die berühmten Steinbrüche in Italiens nordwestlichen Apuanischen Alpen in der Toskana, aus denen Michelangelo den Marmor für seine unsterblichen Werke bezog, fügen der Umwelt keinen Schaden zu. Dies geht aus einem Urteil des Staatsrats in Rom hervor.

Der Marmor aus Carrara ist weltweit berühmt.
Der Marmor aus Carrara ist weltweit berühmt. - Foto: © ANSA / ANSA
Italiens höchstes Verwaltungsgericht wies am Mittwoch eine Klage von Umweltgruppen ab, die argumentiert hatten, die Steinbrüche würden die örtliche Berglandschaft ruinieren.

Das seit 200 Jahren bestehende Steinbruchunternehmen Henraux mit Sitz in der Toskana begrüßte das „historische Urteil, das den grundlegenden und unbestreitbaren Wert der Marmorbrüche für den wirtschaftlichen Unterhalt der örtlichen Bevölkerung wiederherstellt und klar und deutlich erklärt, dass die Steinbrüche keine Umweltschäden verursachen“.

Der einheimische Marmor aus der toskanischen Provinz Carrara wurde für einige der bemerkenswertesten Monumente des antiken Roms verwendet, auch vom Renaissance-Genie Michelangelo. Sein „David“ ist aus toskanischem Marmor geschaffen, auch die Trajanssäule in Rom und so manche moderne Moschee. Schon seit mehr als 2000 Jahren wird der Marmor von Carrara gerne für bedeutende Kunstwerke verwendet, ebenso für moderne Bauwerke wie das Opernhaus in Oslo oder die Scheich-Said-Moschee in Abu Dhabi.

Millionen Tonnen an Schutt

Der Industriezweig beschäftigt nach Zahlen des italienischen Industriellenverbands Confindustria mehr als 4400 Menschen. Doch eines der erfolgreichsten italienischen Nischengeschäfte gerät unter Druck, sich zu erneuern – und sauberer zu werden.

Ein großes Problem sind die Millionen Tonnen an Schutt, die als Abraum aus den Steinbrüchen illegal gelagert werden, beklagen Umweltschutzverbände. Die Schuttberge würden das Risiko von Lawinen und Erdrutschen erhöhen. So habe Marmorschutt, der die Abhänge heruntergerutscht sei, 2003 eine Überschwemmung verschlimmert. Zudem gebe es das Problem der Marmorstaubpartikel, die durch poröses Berggestein gelangten und örtliche Quellen verunreinigten.

Die Steinbruchbetreiber wiesen die Kritik zurück. Sie wendeten sich an den Staatsrat gegen Umweltschutzverbände, die Pläne für die Eröffnung neuer Steinbrüche stoppen wollten. Das Urteil des Staatsrats in Rom stärkt der Branche jetzt den Rücken. Diese habe schon große Fortschritte gemacht, um umweltfreundlicher zu werden, betonten die Steinbruchbetreiber.

apa

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