Mittwoch, 19. September 2018

US-Arzt und Freundin wegen Missbrauch unter Verdacht

Ein wegen Vergewaltigung von zwei Frauen festgenommener US-Orthopäde und seine Freundin stehen im Verdacht, Hunderte weitere Opfer unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht zu haben.

Die Opfer sollen mit Drogen wehrlos gemacht worden sein. - Foto: APA (Symbolbild)
Die Opfer sollen mit Drogen wehrlos gemacht worden sein. - Foto: APA (Symbolbild)

Bei der Staatsanwaltschaft im kalifornischen Landkreis Orange County gingen am Dienstag (Ortszeit) zahlreiche Hinweise ein, nachdem die Ermittler an mutmaßliche Opfer des Pärchens appelliert hatten, sich zu melden.

Der 38-jährige Orthopäde und seine sieben Jahre jüngere Freundin waren in der vergangenen Woche wegen Vergewaltigung von zwei Frauen festgenommen worden. Auf dem Handy des Mediziners fanden die Ermittler Hunderte Videos, die den sexuellen Missbrauch von offensichtlich unter Drogen stehenden Frauen zeigten.

Opfer in Restaurants und Bars ausgeforscht

Die Behörden gehen nach den Worten von Staatsanwalt Tony Rackauckas davon aus, dass die beiden im Tandem zusammenarbeiteten, um in Restaurants und Bars potenzielle Opfer auszuwählen und Kontakt zu knüpfen. „Wir glauben, dass die Beschuldigten ihr gutes Aussehen und ihren Charme einsetzten, um die Zurückhaltung ihrer potenziellen Beute zu senken”, sagte Rackauckas.

„Wir haben alle schon vom Wolf im Schafspelz gehört. Nun, ein Wolf kann auch OP-Kleidung oder Arztkittel tragen. Oder ein Wolf kann eine schöne Frau sein.”

Mit K.O.-Tropfen gefügig gemacht

Ersten Erkenntnissen zufolge setzten die beiden Ecstasy, K.O.-Tropfen und Kokain ein, um die Opfer wehrlos zu machen und sie im Haus des Arztes in Newport Beach sexuell zu missbrauchen. Die Anwälte der Verdächtigen betonten, die beiden wiesen alle Vorwürfe zurück und warteten ungeduldig auf einen Prozess. Im Falle eines Schuldspruchs drohen dem Beschuldigten bis zu 40 Jahre Haft, seiner Freundin bis zu 30 Jahre.

Staatsanwalt Rackauckas appellierte an mögliche Opfer, sich zu melden. „Ihre bewusste Entscheidung, mit diesen Beschuldigten zu feiern, gibt den beiden keinen Freifahrtschein, Sie zu vergewaltigen, zu belästigen oder mit Ihnen Sex zu haben, nachdem Sie den Punkt überschritten haben, an dem Sie zustimmen können”, sagte er.

apa/ag.

stol