Sonntag, 02. August 2020

US-Astronauten kehren mit SpaceX-Kapsel von ISS zurück

2 Monate nach dem ersten bemannten Start des von der Privatfirma SpaceX entwickelten Raumschiffs „Crew Dragon“ zur ISS sind zwei US-Astronauten wieder auf dem Weg zur Erde. Robert Behnken und Douglas Hurley dockten in der Nacht auf Sonntag (MESZ) mit der Kapsel „Endeavour“ von der Raumstation in 400 Kilometern Höhe über der Erde ab, wie Live-Aufnahmen der US-Raumfahrtbehörde NASA zeigten.

Behnken und Hurley kehren zurück zur Erde. - Foto: © APA (GETTY) / JOE RAEDLE
„Hurley und Behnken sind auf dem Weg nach Hause!“, schrieb NASA-Chef Jim Bridenstine. Hurley teilte in den sozialen Netzwerken mit, dass es „Ehre und Privileg“ gewesen sei, Teil der Mission zu sein. Zuvor hatte die NASA bekanntgegeben, dass die Astronauten am Sonntagabend (MESZ) vor der Küste Floridas nahe der Stadt Pensacola im Golf von Mexiko landen sollten. Bis zuletzt hatte das Wetter wegen des Wirbelsturms „Isaias“ in der Region Sorgen gemacht. Allerdings sollte das Tiefdruckgebiet an der östlichen Küste Floridas entlang ziehen - Hunderte Kilometer entfernt von Pensacola.

Behnken und Hurley waren Ende Mai vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus gestartet. Es war nach fast 9-jähriger Pause das 1. Mal, dass Astronauten von den USA aus zur ISS flogen, und das 1. Mal, dass sie von einem privaten Raumfahrtunternehmen befördert wurden. SpaceX hatte zuvor nur Fracht zur ISS transportiert.

Wieder 2 Touristen zur ISS

Zuletzt waren im Sommer 2011 Astronauten mit der Raumfähre „Atlantis“ zur ISS geflogen. Danach mottete die NASA ihre Space-Shuttle-Flotte aus Kostengründen ein und war seither für Flüge zur ISS auf Russland angewiesen. Das war mit rund 80 Millionen Euro pro Flug in einer russischen Sojus-Kapsel nicht nur teuer, sondern kratzte auch mächtig am Ego.

Eigentlich waren eigene Flüge aus den USA zur ISS von der NASA schon für 2017 angekündigt gewesen - im Zuge technischer Probleme, Finanzierungsschwierigkeiten und Umstrukturierungen nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten wurde das Projekt aber immer weiter aufgeschoben.

Unterdessen teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit, dass Ende kommenden Jahres wieder 2 Touristen zur ISS fliegen sollen. Sie sollen demnach vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abheben. Ihre Namen wurden zunächst nicht genannt. Die Raumfahrtbehörde hatte für den Tourismus ins All einen Vertrag mit dem spezialisierten US-Unternehmen Space Adventures unterschrieben. Derartige Reisen zur ISS gibt es seit 2001. Der erste von bisher 7 Weltraum-Touristen war der US-Multimillionär Dennis Tito.

apa

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