Woodfox war seit 1972 wegen Mordes an einem Aufseher während einer Gefängnisrevolte im berüchtigten „Angola“-Gefängnis im Staat Louisiana eingesperrt. Zweifel an seiner Schuld wurden jedoch nie ausgeräumt.US-Richter James Brady ordnete nun seine bedingungslose Freilassung an und schob jedem weiteren Vorgehen der Staatsanwaltschaft gegen den Langzeitsträfling einen Riegel vor. Die von Woodfox stets beteuerte „Unschuld“ werde durch Beweise gestützt, urteilte Brady.So hatte Woodfox unter anderem einen Zeugen benannt, der seine Unschuld bestätigte, und einen Lügendetektortest bestanden.Zweimal musste sich Woodfox für die Tat vor Gericht verantworten, seine Verurteilungen wurde später wieder kassiert. Bereits im November hatte ein Berufungsgericht auf Bundesebene das Urteil gegen Woodfox aufgehoben, jedoch wurde er im Februar auf bundesstaatlicher Ebene erneut angeklagt.Brady listete fünf „außergewöhnliche Umstände“ auf, die Woodfox' Freilassung rechtfertigten, darunter dessen Alter, sein „schlechter Gesundheitszustand“ und der Schaden, den mehr als 40 Jahre Einzelhaft bei ihm angerichtet hätten. Vor allem nannte er aber „einen Mangel an Vertrauen in den Staat“, einen „fairen dritten Prozess“ zu gewährleisten. Nach bereits zwei Prozessen sei ein dritter wegen eines Verbrechens, das vor mehr als 40 Jahren begangen worden sei, unzumutbar.Widerstand gegen die Entscheidung kam prompt aus dem Justizministerium Louisianas: Dessen Sprecher Aaron Sadler sagte, Richter Brady habe durch die Freilassung „willkürlich Jury-Entscheidungen beiseite gewischt“ und einen „zweimal verurteilten Mörder“ auf freien Fuß gesetzt.apa/afp