Hinter ihm eine Spur von Tod und Verwüstung – nun steuert Hurrikan „Sandy“ die Ostküste der USA an: Für die Bewohner der Hauptstadt Washington und mehrerer Bundesstaaten, darunter New York und Maryland, riefen die Behörden bis zum Samstag den Notstand aus.Warnung vor JahrhundertsturmWetterexperten warnten vor einem möglichen Jahrhundertsturm. Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl könnte er für mehrere Zehnmillionen Menschen die Stromversorgung kappen. Und auch der Wahlkampf gerät durch den Sturm durcheinander.„Wenn man Bäume hat, die noch Blätter tragen und dieser Wind und Regen daraufkommen, kippen diese Bäume um, und die Stromversorgung fällt aus“, warnte CNN-Meteorologe Rob Marciano. „Zudem gibt es eine verheerende Überschwemmung.“Experten fürchten, dass sich der Schaden allein durch den Wind auf über drei Milliarden Dollar belaufen könnte, wenn passiert, was die Meteorologen prognostizieren: Demnach wird „Sandy“ am Montag irgendwo zwischen Washington und Boston auf Land treffen. Befürchtet wird, dass der Hurrikan im Nordosten der USA auf einen Wintersturm stößt. Diese Kombination könne zum schwersten Unwetter seit August 1991 führen.57 Tote in der KaribikDamals führte Hurrikan „Bob“ an der Ostküste der USA von South Carolina im Süden bis Maine im Norden zu vier Todesopfern und hohen Sachschäden.„Sandy“ hatte in den Vortagen in der Karibik mindestens 57 Todesopfer gefordert, wie die Behörden bis Samstag bestätigten. Den ganzen Tag über warnten Radio- und Fernsehsender die US-Bevölkerung an der Ostküste vor dem drohenden „Frankenstorm“ in Anlehnung an das von der Filmfigur Frankenstein geschaffene Monster.Der Sturm könnte demnach von Montag bis Dienstag mit Starkregen, Hochwasser, Schnee und heftigem Wind große Schäden zwischen Washington und Boston anrichten. Schon für den frühen Sonntag wurde mit starkem Wind, schweren Regengüssen und möglicherweise Schneefall gerechnet.Mehrere Airlines rechnen damit, dass insgesamt hunderte Flüge über den Atlantik und an der Ostküste der USA gestrichen werden müssen. Sie boten ihren Kunden gebührenfreie Umbuchungen an. Die Schiffe der Navy, die im wichtigen Hafen Norfolk im Bundesstaat Virginia liegen, müssen verlegt werden. 61 000 Mitglieder der Nationalgarde waren in Katastrophen-Bereitschaft. Vielerorts sicherten Menschen ihre Häuser mit Brettern und Sandsäcken.Zahlreiche Regale der Supermärkte rund um die Hauptstadt Washington waren bereits vor dem Sturm leergefegt: Die Behörden hielten die Bevölkerung an, sich mit Proviant, Wasser, Kerzen und Batterien einzudecken.Auswirkungen auf WahlkampfUS-Präsident Barack Obama sagte zwei Wahlkampfauftritte ab. Wegen des Wirbelsturmes könne er Termine am Montag im Prince William County im US-Bundesstaat Virginia und einen Tag später in Colorado Springs (Colorado) nicht wahrnehmen, teilte das Wahlkampfbüro Obamas am Samstagabend (Ortszeit) mit. Der Präsident lasse sich laufend über den Sturm unterrichten, hieß es.Zuvor hatte bereits Obamas republikanischer Herausforderer Mitt Romney seine Wahlkampfpläne sturmbedingt ändern müssen. Auch First Lady Michelle Obama sowie Vizepräsident Joe Biden bliesen wegen der drohenden Sturmgefahr Wahlkampfauftritte ab.dpa