Donnerstag, 21. Mai 2020

USA bestellen 300 Millionen Impfungen – Impfstoff gibt es noch nicht

Die USA stecken bis zu 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) in die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffes beim britischen Pharmakonzern AstraZeneca. Zugleich bestellt die Regierung in Washington 300 Millionen Dosen des Mittels vor, wie Gesundheitsminister Alex Azar am Donnerstag mitteilte.

Hohe Summen für Impfstoff-Projekt.
Hohe Summen für Impfstoff-Projekt. - Foto: © APA/Symbolbild / BARBARA GINDL
Er hoffe, dass die ersten Dosen des Impfstoffs, der zusammen mit der Universität Oxford entwickelt wird, bis Oktober zur Verfügung stehen. Die restliche Bestellung solle bis Anfang 2021 ausgeliefert werden. AstraZeneca betonte, dass es noch unsicher sei, ob der Impfstoff überhaupt wirke. Der Konzern warte noch auf Ergebnisse eines Tests im frühen Stadium in Südengland, bevor man sich mit der späten Versuchsphase befasse.

Die USA wollen mit dem Geld AstraZeneca bei fortgeschrittenen klinischen Studien und anderen Entwicklungsaktivitäten unterstützen, etwa bei der Ausweitung der Produktion, um die Markteinführung des potenziellen Impfstoffs zu beschleunigen. Der US-Beitrag sieht zudem eine mögliche klinische Studie in den USA im Sommer vor, an der 30.000 Freiwillige teilnehmen sollen. AstraZeneca hat für den Erfolgsfall bereits eine Vereinbarung über die Lieferung von 100 Millionen Impfdosen an die britische Regierung unterzeichnet. Der Konzern bekräftigte die Hoffnung, im September mit der Lieferung beginnen zu können.

US-Präsident Donald Trump hatte erst kürzlich erklärt, dass die Vereinigten Staaten finanziell an 14 Projekten zur Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs beteiligt seien. So auch beim französischen Pharmakonzern Sanofi. In diesem Zusammenhang war es kürzlich zu einem Streit darüber gekommen, ob die USA bevorzugt einen Impfstoff bekommen könnten. Sanofi hatte erklärt, die US-Regierung habe das Recht auf die größte Vorbestellung, da sie das Risiko finanziell mittrage. Nach scharfer Kritik der französischen Regierung ruderte das Unternehmen zurück. Es werde sicherstellen, dass ein solches Mittel in allen Regionen der Welt zeitgleich verfügbar sei.

Angesichts der schweren Folgen der Pandemie arbeiten mehr als 100 Projekte unter Hochdruck an einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus, auch in Deutschland. Viele Experten rechnen damit, dass es 12 bis 18 Monate dauern kann, bis ein sicherer und wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht.

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apa

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