Donnerstag, 12. März 2020

USA schließen Grenzen für Reisende aus Europa

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus schließen die USA ihre Grenzen für Ausländer aus Europa. „Wir werden alle Reisen von Europa in die USA für die nächsten 30 Tage aussetzen“, sagte US-Präsident Donald Trump am Mittwochabend im Weißen Haus in einer Ansprache an die Nation. Betroffen sind die 26 Länder des Schengen-Raums. In Kraft tritt der Einreisestopp in der Nacht auf Samstag.

US-Präsident Donald Trump verkündete einen 30-Tage Einreisestopp aus Europa.
US-Präsident Donald Trump verkündete einen 30-Tage Einreisestopp aus Europa. - Foto: © APA (GETTY IMAGES NORTH AMERICA) / POOL
Das Verbot gilt nach seinen Angaben nicht für US-Bürger mit Europa-Aufenthalt, die negativ auf den Erreger getestet würden.

Ausgenommen sind laut Trump auch Reisende aus Großbritannien.

Die Maßnahme gilt nach Angaben des Weißen Hauses ab 23.59 Uhr am Freitag (4.59 Uhr MEZ am Samstag). Passagiere, deren Flug aus Europa vorher startet, dürfen demnach noch einreisen.

In der Proklamation Trumps hieß es, Ausländer, die sich in den vorhergehenden 14 Tagen in den 26 Schengen-Staaten - also auch Österreich, Deutschland oder Italien - aufgehalten hätten, dürften nicht mehr in die USA einreisen.

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„Schlechtes Krisenmanagement“

Trump begründete die Schließung der Grenzen für Menschen aus Europa mit dem seiner Ansicht nach schlechten Krisenmanagement: „Die Europäische Union hat dabei versagt, die selben Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen und Reisebeschränkungen für China und andere Schwerpunkte der Seuche zu erlassen“, sagte er in der Fernsehansprache.

„In der Folge sind eine Reihe von Ansteckungsherden in den USA durch Reisende aus Europa entstanden.“ Bereits vergangenen Monat hatten die USA Reisebeschränkungen für China erlassen. Der 30-tägige-Einreisestopp wurde laut einem Diplomaten nicht mit der EU koordiniert.

Trump appellierte ferner an den US-Kongress, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise durch rasche Kürzungen bei der Einkommensteuer einzudämmen.

Vor dem Hintergrund erneuter Kurseinbrüche an der Wall Street kündigte Trump zudem Hilfsmaßnahmen für Angestellte an, die erkrankt sind, sich in Quarantäne befinden oder am Virus erkrankte Menschen betreuen. Staatliche Unterstützung sollten auch Firmen erhalten, die von den Infektionen betroffen seien. Dazu zähle das Verschieben von Steuerzahlungen.

„Wir mobilisieren die gesamte Kraft der Regierung und des privaten Sektors um die Menschen in Amerika zu schützen“, sagte er. „Dies ist der entschiedenste und umfangreichste Einsatz in der modernen Geschichte, um ein ausländisches Virus zu bekämpfen.“

apa