Sonntag, 13. März 2016

Vater konnte 16-jährigen Sohn nicht retten

Das jüngste Todesopfer nach dem Lawinenabgang im Ahrntal am Samstag ist der 16-jährige Matthias Gruber. Er wollte mit seinem Vater die Spitze des Schneebiger Nocks erreichen.

Foto: DLife/da
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Foto: DLife/da

Der Schüler aus Luttach wurde von den Schneemassen erfasst, während sich sein Vater retten konnte. „Ich will bei ihm bleiben, lasst mich bei ihm bleiben“, flehte der Mann die Helfer an.

Der Vater versuchte vergebens, Matthias zu retten. „Ich habe selber drei Kinder. Wenn ich an den Schmerz dieses Vaters denke...“, sagte Walter Unteregelsbacher, Mitglied der Rettungseinheiten, laut der Tageszeitung „Corriere della Sera“. „Wir haben Matthias' Leiche gefunden, und der Vater hat kein Wort mehr gesagt. Er wollte nur bei seinem Sohn bleiben, während wir die Leiche in den Hubschrauber hievten. Gestern war für uns ein sehr schwerer Tag.“

Lawine in diesem Ausmaß nicht vorhersehbar

Außer Matthias starben ein 21-jähriger Pustertaler, eine 32-jährige Krankenschwester aus Bruneck, sowie zwei weitere Südtiroler im Alter von 42 und 43 Jahren. Sie waren erfahrene Tourengeher. Der einzige Nicht-Südtiroler unter den Opfern ist Horst Wallner (48), Direktor der Wirtschaftskammer Tirol.

Bei dem Lawinenunglück am Schneebiger Nock handelt es sich um den schlimmsten Vorfall dieser Art im Pustertal in den vergangenen 20 Jahren.

Eine Lawine in diesem Ausmaß sei nicht vorhersehbar gewesen, bestätigte Einsatzleiter Lukas Forer vom Bergrettungsdienst. Auch bei allergrößter Erfahrung und sämtlichen technischen Hilfsmitteln bleibe ein Restrisiko im alpinen Gelände.

apa

stol