Mittwoch, 08. September 2021

Vatikan setzt bei Finanzprozess auf 2 Ex-Justizminister

Beim großen Verfahren wegen eines großen Finanzskandals, das am 5. Oktober fortgesetzt wird, setzt der Vatikan auf 2 ehemalige italienische Justizminister.

Im bisher größte Strafprozess der vatikanischen Justiz sind 10 Personen angeklagt.
Im bisher größte Strafprozess der vatikanischen Justiz sind 10 Personen angeklagt. - Foto: © shutterstock
Nach der ersten Gerichtsverhandlung am 27. Juli ist der ehemalige Justizminister und Ex-Präsident des italienischen Verfassungsgerichts, Giovanni Maria Flick, zum Verteidiger der vatikanischen Vermögensverwaltung APSA ernannt worden, berichtete das Nachrichtenportal „Vatican News“.

Die Vermögensverwaltung, das vatikanische Staatssekretariat und die Vatikan-Bank IOR nehmen als Nebenkläger am Verfahren teil. Bei der ersten Gerichtsverhandlung hatte APSA die Ex-Justizministerin Paola Severino als Verteidigerin eingesetzt.

Der bisher größte Strafprozess der vatikanischen Justiz war am 27. Juli nach mehrstündiger Verhandlung auf den 5. Oktober vertagt worden. Angeklagt sind 10 Personen, die an verlustreichen Investitionen in eine Londoner Luxusimmobilie beteiligt gewesen sein sollen. Mit dem vor einem Jahr zurückgetretenen Angelo Maria Becciu sitzt erstmals ein Kardinal auf der Anklagebank.

Weitere Angeklagte sind unter anderen Beccius Sekretär Mauro Carlino, der Schweizer Finanzexperte und Ex-Präsident der vatikanischen Finanzaufsicht, Rene Brülhart, die Finanzmanager Gianluigi Torzi und Raffaele Mincione sowie die Sicherheitsberaterin Cecilia Marogna. Die Vorwürfe reichen von Amtsmissbrauch, Veruntreuung und Geldwäsche bis hin zu Betrug und Erpressung. Mehrere Anwälte hatten zum Prozessauftakt Formfehler, fehlende Beweismaterialien und mangelnde Vorbereitungszeit beklagt.

apa

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