„Die Kirche genießt noch großes Vertrauen seitens der Gläubigen, jemand versucht jedoch dieses Vertrauen zu untergraben. Die Kirche hat aber eine besondere Hilfe von oben auf ihrer Seite“, erklärte Bertone, die Nummer zwei des Vatikan.Der diplomatische Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen (UNO), Erzbischof Silvano Tomasi, bezeichnete die Pädophilie als „abscheuliches Verbrechen“, für das es „keine Entschuldigung gibt“. „Bemühungen zur definitiven Bewältigung des Problems“„Die katholische Gemeinschaft setzt ihre Bemühungen zur definitiven Bewältigung des Problems der Kindesmissbrauchsfälle fort“, sagte Tomasi anlässlich des Jahrestreffens über die Kinderrechte des UNO-Menschenrechtsrates. Der Text von Tomasis Ansprache wurde am Dienstag von der vatikanischen Pressestelle veröffentlicht.Der ehemalige Erzbischof von Lecce, Cosmo Francesco Ruppi, räumte inzwischen ein, dass es Missbrauchsfälle in der Region Apulien gab. In seiner 30-jährigen Amtszeit seien ihm jedoch „nicht mehr als ein Dutzend Fälle“ bekanntgeworden; dies sei bei insgesamt 1800 Priestern ein „minimaler“ Prozentsatz im Vergleich mit anderen Berufsgruppen, sagte Ruppi in einem Interview mit der süditalienischen Zeitung „La Gazzetta del Mezzogiorno“. Die süditalienischen Bischöfe hätten jeweils „sehr streng“ eingegriffen. Die betreffenden Geistlichen seien in den Laienstand versetzt oder in Therapie geschickt worden. Dafür gebe es italienweit „drei oder vier“ eigene Einrichtungen, so Ruppi.„Wenige gesicherte Fälle von Pädophilie“Einige Priester seien später wieder in den Dienst zurückgekehrt, andere hätten um ihre Entpflichtung gebeten. Der Erzbischof erklärte, er habe sich „nie direkt mit Pädophilie befasst“, sondern mehr mit allgemeinen Disziplinarverstößen. „Bei uns gibt es wenige gesicherte Fälle von Pädophilie und ziemlich viele Zweifelsfälle oder Gerüchte“, sagte Ruppi.Die Tageszeitung „La Repubblica“ hatte am Wochenende von teils in die 60er Jahre zurückreichenden Missbrauchsfällen in den Diözesen Bozen, Florenz, Ferrara und Rom berichtet. Am Mittwoch soll in Italien ein Buch zu dem Thema unter dem Titel „Il peccato nascosto“ (Die geheime Sünde) zu den Missbrauchsfällen in der Kirche erscheinen. apa