Anlass für die vorübergehende Schließung war der gewaltsame Angriff mutmaßlicher Taschendiebinnen auf zwei Verkäuferinnen Ende Juni.<BR /><BR />Die beiden Verkäuferinnen waren nach Unternehmensangaben mit Tritten und Schlägen attackiert worden, nachdem sie Touristen im Laden vor mutmaßlichen Taschendieben gewarnt hatten. Eine von ihnen erlitt unter anderem Verletzungen am Knöchel. <BR /><BR />Daraufhin hatte Cipriani beschlossen, aus Protest gegen die mangelnde Sicherheit in Venedig seinen Laden nahe dem Markusplatz zu schliessen. Die Angestellte leidet nach eigenen Angaben noch immer unter Panikattacken. Der Bodyguard am Eingang des Lokals sei eine Übergangslösung. Für die Sicherheit von Bürgern und Beschäftigten seien die Behörden verantwortlich, erklärte der Unternehmer. Seine Firma werde die Anwaltskosten der beiden Mitarbeiterinnen übernehmen und sich in einem möglichen Strafverfahren als Nebenkläger beteiligen.<BR /><BR />Der Fall sorgt für Diskussionen. Für Freitag hat Präfekt Darco Pellos eine Sitzung des Ausschusses für öffentliche Ordnung und Sicherheit einberufen. Dabei soll über Maßnahmen gegen Taschendiebstähle im historischen Zentrum beraten werden. Auch die für Sicherheit zuständige Stadträtin Francesca Zaccariotto nimmt daran teil. Anzeige gegen die mutmaßlichen Täterinnen wurde inzwischen erstattet, die Polizei ermittelt. <BR /><BR />Cipriani ist einer der bekanntesten Gastronomen Italiens und Eigentümer der legendären Harry's Bar in Venedig. Er übernahm das Lokal von seinem Vater Giuseppe Cipriani, der Harry's Bar<BR />1931 gegründet hatte. Harry's Bar zählt zu den berühmtesten Bars der Welt. Zu den Stammgästen gehörten Persönlichkeiten wie Ernest Hemingway, Orson Welles, Truman Capote, Peggy Guggenheim und zahlreiche Filmstars, Künstler und Politiker. Das Lokal gilt zudem als Geburtsort des Bellini, des Cocktails aus Prosecco und Pfirsichpüree, sowie des Gerichts Carpaccio.<BR /><BR />Arrigo Cipriani baute das Familienunternehmen zu einer internationalen Marke aus. Zur Cipriani Group gehören heute Restaurants, Hotels und Clubs in Städten wie New York, Miami, Dubai, Monte Carlo und Hongkong. <BR />Der Unternehmer mischt sich regelmäßig in öffentliche Debatten über Venedig ein. Er kritisiert häufig den Massentourismus, den Rückgang der einheimischen Bevölkerung und die Sicherheitslage in der Lagunenstadt.