Gäste, die in Venedig übernachten, müssen einen Beitrag zahlen, der je nach Jahreszeit und nach Art der Unterkunft – Hotel, Pension oder Campingplatz – festgelegt wird. Kinder unter zehn Jahren sind ausgenommen, Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren müssen nur 50 Prozent der Steuer begleichen.Für ein Fünf-Sterne-Hotel beträgt der Obolus in der Hauptsaison pro Übernachtung fünf Euro. Wer in einer Ferienwohnung übernachtet, muss zusätzlich zwei Euro ausgeben, teilte die Gemeinde mit.Mit der Touristensteuer will Venedig seine klamme Finanzlage aufbessern. Angesichts der Millionen Übernachtungsgäste, die jährlich gemeldet werden, könnte sich die Abgabe als wahrer Segen für die Gemeindekassen erweisen. Die Gemeinde rechnet, dass mit der Steuer 54 Millionen Euro in zwei Jahren eingetrieben werden können. „Die Tourismussteuer ist eine Gelegenheit für die Stadt. Damit können wir das touristische Angebot verbessern“, erklärte Vizebürgermeister Sandro Simionato.Mit der Steuer sollen die hohen Ausgaben für den Erhalt der Palazzi, Monumente und Denkmäler, sowie der Parks finanziert werden. „Venedig wird täglich von Hunderttausenden Menschen besucht, die unsere Dienstleistungen nutzen. Es ist richtig, dass sie mit einer Steuer zur Sanierung unserer Bilanzen beitragen“, sagte Simionato.In mehreren Städten und Ortschaften Italiens wurden bereits Touristensteuern eingeführt. Damit wollen die Gemeinden den Erhalt ihrer kunsthistorischen Schätze finanzieren.In Rom wurde zu Jahresbeginn eine solche Abgabe eingeführt. Florenz will sich an Venedig ein Beispiel nehmen und dieselben Regeln für die Tourismussteuer einführen, erklärte der Florentiner Bürgermeister Matteo Renzi.apa