Freitag, 26. März 2021

Venedig verbannt Kreuzfahrtschiffe in die Peripherie

Kreuzfahrtschiffe dürfen künftig nicht mehr in der Nähe des Markusplatzes in Venedig anlegen. Nach Regierungsangaben müssen sie künftig im Industriehafen der norditalienischen Stadt vor Anker gehen.

Gegen die Riesenschiffe wurde in Venedig seit Jahren protestiert.
Gegen die Riesenschiffe wurde in Venedig seit Jahren protestiert. - Foto: © AFP / MIGUEL MEDINA
Mit dieser Entscheidung solle „ein kulturelles und historisches Erbe geschützt werden, das nicht nur Italien, sondern der ganzen Welt gehört“, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung der Ministerien für Kultur, Tourismus, Umwelt und Infrastruktur.

Der Industriehafen sei eine „vorübergehende“ Lösung, erklärten die Ministerien. Sie riefen zu Vorschlägen für eine „endgültige Lösung des Problems mit dem Schiffsverkehr in Venedig“ auf. Es solle ein neues Schiffsterminal außerhalb der Lagune der historischen Stadt geschaffen werden.



Vor der Corona-Pandemie waren mit den Kreuzfahrtschiffen jedes Jahr Millionen Besucher in die Lagunenstadt geströmt. Von den riesigen Schiffen verursachte Wellen schaden den Fundamenten der zum Weltkulturerbe gehörenden Lagunenstadt Venedig und bedrohen das sensible ökologische Gleichgewicht in der Lagune.

Die extrem nahe vor der Küste fahrenden Schiffe stellen zudem eine Gefahr für andere Schiffe dar. Im Juni 2019 etwa hat ein riesiges Kreuzfahrtschiff eine Anlegestelle gerammt und ist mit einem Touristenboot zusammengestoßen. Einige Personen wurden bei dem Unglück verletzt.

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Auch andere Kreuzfahrtziele leiden unter den Folgen des Massen-Kreuzfahrttourismus.

Am gestrigen Donnerstag starteten in Venedig die Feierlichkeiten zum 1600. Geburtstag der Lagunenstadt. Bis zum März 2022 sind eine Vielzahl von Initiativen geplant.

apa/stol