Mittwoch, 13. November 2019

2 Tote bei Hochwasser in Venedig: Bürgermeister will Notstand ausrufen

Das durch heftige Regenfälle ausgelöste Hochwasser in Venedig hat in der Nacht auf Mittwoch 2 Todesopfer gefordert. Angesichts des Rekord-Hochwassers will Bürgermeister Luigi Brugnaro am Mittwoch den Notstand ausrufen, wie er am späten Dienstagabend in einem Video auf Facebook ankündigte.

Venedig erlebt derzeit seinen höchsten Hochwasserstand seit 1966.
Venedig erlebt derzeit seinen höchsten Hochwasserstand seit 1966. - Foto: © ANSA / ANDREA MEROLA

Ein 78-jähriger Pensionist starb an einem Stromschlag, da Wasser in seine Wohnung auf der Insel Pellestrina in der Lagune eingedrungen war und einen Kurzschluss ausgelöst hatte, berichtete die Tageszeitung „Il Gazzettino“. Ein zweiter Einwohner Pellestrinas wurde ebenfalls tot in seiner Wohnung aufgefunden. Hier wurde allerdings nicht ausgeschlossen, dass er eines natürlichen Todes gestorben ist. Stromausfälle wurden in mehreren Teilen Venedigs gemeldet, auch bei den Telekommunikationsverbindungen kam es zu erheblichen Problemen. Schulen und Kindergärten wurden am Mittwoch geschlossen.

Wegen des starken Sturms zerschellten Boote in den engen Kanälen, viele Gondeln waren schwer beschädigt.



Bei den Verbindungen mit den Vaporetti, den Wasserbussen in Venedig, kam es zu erheblichen Problemen. Die Küstenwache musste mehreren Personen und Booten Hilfe leisten. Bürgermeister Luigi Brugnaro prüfte in der Nacht auf Mittwoch an Bord eines Polizeiboots die Lage.



Brugnaro sprach von einer „Katastrophe“ und mobilisierte alle Einsatzkräfte. Der Bürgermeister der Lagunenstadt machte den Klimawandel für die immer häufiger werdenden Überschwemmungen verantwortlich.


„Wir rufen die Regierung auf, uns zu helfen, die Kosten werden hoch sein“, sagte er in dem Video.

⚠ Anche oggi stiamo affrontando maree che segnano record negativi. Domani dichiareremo lo stato di calamità.👉 Chiediamo al #Governo di aiutarci, i costi saranno alti. Questi sono gli effetti dei cambiamenti climatici. Il Mose va terminato presto.▶️ Domani scuole chiuse a #Venezia e isole.

Pubblicato da Luigi Brugnaro su Martedì 12 novembre 2019


Um kurz vor Mitternacht stieg das Wasser - angetrieben durch starken Wind - auf 187 cm über dem Meeresspiegel. Das sei der höchste Wert seit der verheerenden Überschwemmung im Jahr 1966, als 194 Zentimeter erreicht wurden, teilte die Kommune mit. Danach sollte das Wasser wieder etwas sinken.

Der Markusplatz in der UNESCO-Welterbestadt war vollkommen überflutet. Touristen und Einheimische wateten zunächst noch in Gummistiefeln über den Platz, am Abend stieg das Wasser auf mehr als einen Meter. Nur noch die Polizei fuhr mit Booten über den Platz.

🔹 Alle 12.00 conferenza stampa con il Presidente della Regione Veneto, Luca Zaia, e Angelo Borelli, direttore del...

Pubblicato da Luigi Brugnaro su Martedì 12 novembre 2019


Auch in den Markusdom drang das Wasser ein. Es habe unter anderem Schäden am Mauerwerk angerichtet, berichteten italienische Medien. „Wir versuchen, den Schaden in Grenzen zu halten“, sagte der Ingenieur der Basilika, Pierpaolo Campostrini, der Nachrichtenagentur ANSA.





Es ist das 6. Mal in der fast tausendjährigen Geschichte des Markusdom, dass Wasser in die Basilika eindrang. 4 Mal wurde der Dom in den vergangenen 20 Jahren überflutet, zuletzt im Oktober des Vorjahres.

Wegen der außergewöhnlich hohen Wasserstände wurden in der Lagunenstadt Kindergärten und Volksschulen geschlossen, teilte die Stadt mit. Am Mittwoch ist kaum Wetterbesserung in Sicht, in ganz Italien ist wie schon seit Tagen Regen angesagt.

Venedig wird wegen seiner Lage in der Lagune immer wieder von Hochwasser heimgesucht, die Lage verschärft sich aber zunehmend. Die Stadt will seit langem ein Flutschutzsystem installieren, da der Anstieg des Meeresspiegels immer häufiger zu Überflutungen führt.

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apa

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