Mittwoch, 18. November 2020

Venetien: Mit Selbsttests gegen Superspreader

Venetien will auf Anti-Covid-Selbsttests setzen, um ein Massenscreening durchzuführen. 1200 Personen sollen in der Region die Selbsttests ausprobieren, die Zahl soll bald auf 5000 Personen steigen, sagt der Präsident der Region, Luca Zaia.

Die Venezianer sollen versuchen, sich selbst auf das Coronavirus zu testen.
Die Venezianer sollen versuchen, sich selbst auf das Coronavirus zu testen. - Foto: © shutterstock
Hauptgrund für die Maßnahme in Venetien ist die Erkenntnis, dass die Infizierten ohne Symptome unwissentlich die Hauptverbreiter des Virus sind.

Der Regionspräsident testete sich selber und zeigte live per Facebook, wie das Kit mit einem Tampon, das in die Nasenhöhlen geschoben und dann in eine Ampulle mit Reagenzmittel gelegt werden muss, funktioniert. Eineinhalb Minuten musste Zaia warten, bis er per Videokonferenz sein negatives Testergebnis vorweisen konnte.

Nach der Testphase müssen die Selbsttests von den zuständigen Gesundheitsbehörden genehmigt werden. Dann können sie in Apotheken verkauft werden. „Die ersten Resultate sind ermutigend. Dieser Selbsttest ist extrem praktisch“, kommentierte Zaia. Damit könnten Engpässe in Labors behoben werden, die wegen der hohen Zahl von Covid-Infizierten stark unter Druck geraten sind.



Die Region Venetien hat am Mittwoch mit 100 Corona-Toten einen schwierigen Tag erlebt. Noch nie war die Zahl der Todesopfer an einem einzigen Tag so hoch gewesen, berichtete Zaia, bei seiner täglichen Pressekonferenz in Venedig.

Seit Beginn der Epidemie im Februar kletterte die Zahl der Todesopfer in der Region auf 2967. In Venetien war am 20. Februar das erste Coronavirus-Todesopfer in Italien gemeldet worden.

Italien bemüht sich, die Zahl der täglichen Anti-Covid-Tests zur Eingrenzung der zweiten Epidemiephase stark zu steigern. Täglich werden circa 250.000 Abstriche genommen. Diese Zahl soll laut Regierung auf über 300.000 steigen.

apa