Die seit 30 Jahren bestehende Busverbindung sei nicht mehr zeitgemäß, die Kapazität von 250 Personen pro Stunde, die die Busse schaffen, unzureichend, so die Proponenten. Eine längerfristige Aufrechterhaltung der Busverbindung erfordere zudem einen technisch aufwendigen und kostenintensiven Ausbau der Straße.<h3> Gröden-Seiseralm-Runde als Alternative</h3>Durch die Seilbahnverbindung würde zudem das letzte Glied in der sogenannten „Gardena Runde“ geschlossen. Diese Gröden-Seiseralm-Runde für Skifahrer biete eine gute Alternative zur überfüllten Sella Ronda. St. Christina und Wolkenstein wären erstmals direkt mit der Seiser Alm verbunden. <BR /><BR />Auch das Schlerngebiet wird über Seis mit der Sella Runde verbunden. Die Befürworter erwarten sich durch die neue Verbindung einen ausgewogenen Wechsel der Skifahrer zwischen den Skigebieten, mit Tendenz Richtung Seiser Alm. Diese sei noch weit von einer Überlastung entfernt, so die Proponenten im Bericht. <h3> „Enorme Verkehrsberuhigung“</h3>Das Hauptargument für die Verbindung ist für die Proponenten aber die Verringerung des Individualverkehrs. „Die Gardena-Runde als Alternative zur Sella-Runde führt zu einer enormen Verkehrsberuhigung entlang des Tales, da die Skifahrer direkt vom Ort aus in beide Richtungen starten können, um die Gröden-Seiser-Alm-Runde zu genießen. Wenn nur jeder zweite Skifahrer, ob Einheimischer oder Gast, einen Tag pro Woche weniger von St. Ulich nach Plan de Gralba fährt, bedeutet dies eine enorme Verkehrsentlastung“, steht im Bericht der Proponenten.<BR /><BR /> Zusätzlich entlaste der Einstieg in die Sella-Runde von Seis aus die Strecke zwischen Kastelruth und Plan de Gralba. Auch Nichtskifahrer würden von der Verkehrsberuhigung profitieren. Vor allem im Winter sei das Einsteigen in den Bussen mit Skiern beschwerlich und für viele nicht zumutbar.<BR /><BR />Und sogar bei der ökologischen Bilanz sehen die Proponenten die Kabinenbahn im Vorteil: Der Betrieb der Seilbahn erfolge CO2-neutral durch die ausschließliche Verwendung von zertifiziertem Ökostrom. Der bestehende Busbetrieb verbrauche hingegen durchschnittlich rund 150 Liter Diesel am Tag. Der Großteil der Energie- und CO2-Einsparung werde jedoch durch die Verkehrsentlastung im Tal erzielt. <h3> „Ruhegebiet bleibt erhalten“</h3>„Die Kabinenbahn ist eine reine Verbindungsbahn ohne Pisten und Beschneiungsanlage. Entlang der Trasse gibt es keine Ein- und Ausstiegsmöglichkeit, sodass das Gebiet für Wanderer und Radfahrer weiterhin im bisherigen Umfang als Ruhe- und Erholungsgebiet vorenthalten bleibt, ohne durch zusätzlichen Gäste-Strom überlastet zu werden“, schreibt die Betreibergesellschaft. <BR /><BR />Die Trassenführung sei so gewählt, dass sie durchschnittlich über 500 Meter und im mittleren Bereich, über 1000 Meter von der Straße Monte Pana – Saltria entfernt ist, wobei die Straße meist über dem Kabinenniveau liege. Die Seilbahn sei vom größten Teil der Seiser Alm und des Grödentales überhaupt nicht und aus bestimmten Blickwinkeln nur teilweise sichtbar.<h3> „Keine Beeinträchtigung für Trinkwasser“</h3> Die Bahn komme mit wenig Stützen aus und dies bedeute: wenig beanspruchte Flächen, bei geringstem Einfluss auf Flora und Fauna. Der Waldverlust, betreffe in etwa 2,9 Hektar teilweise schüttere Waldfläche, wobei die niedrigen Bäume unter der Trasse bestehen bleiben könnten. Das Trinkwasserschutzgebiet erfahre aufgrund des großen Abstandes zu den Cunfinböden keine Beeinträchtigung. Die nächstgelegene Seilbahnstütze sei talseitig gut 900 Meter vom Trinkwasserschutzgebietes entfernt. <BR /><BR />Die Seilbahn verbinde die kältesten Gebiete des Skigebietes Gröden-Seiser Alm, so die Proponenten. „In Zeiten der Klimaerwärmung ist es wichtig, durch strategisch gezielte Investitionen die Wintersaison langfristig zu sichern. Es handelt sich also um eine nachhaltige Investition, die schneesichere Skigebiete miteinander verbindet.“<h3> „Wichtiges Rückgrat für lokale Wirtschaft“</h3>Zum Schluss des Berichts wird noch der wirtschaftliche Aspekt der Bahn behandelt. Die Seilbahnverbindung sei ein wichtiges Rückgrat für die gesamte lokale Wirtschaft, auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten. Die neue Verbindung bringe Südtirol mehr Steuereinnahmen – und da hat natürlich jeder etwas davon. <BR /><BR />Was im Bericht aber nicht steht, ist, dass die Bahn für die Betreiber wahrscheinlich ein lukratives Geschäft wird. „Da es sich um eine reine Verbindungsbahn handelt, keine Skipisten zu präparieren sind und Skifahrer die Bahn in beide Richtungen nutzen werden, ist die Bahn sicherlich lukrativ“, sagt die Präsidentin von Nosc Cunfin, Heidi Stuffer.<BR /><BR /><i>In den kommenden Tagen und Wochen werden mehrere Artikel zu dem Thema auf STOL erscheinen. In der nächsten Folge geht es um die Kritik am Vorhaben.</i>