Die Trentiner Abgeordnete Alessia Ambrosi (Fratelli d'Italia) hat eine parlamentarische Anfrage an Innen- und den Justizminister in Rom eingebracht, um insbesondere mögliche Verbindungen und Aktivitäten in der Region Trentino-Südtirol zu klären.<BR /><BR />Ausgangspunkt ist die groß angelegte Justizoperation, die von der Antimafia- und Antiterror-Staatsanwaltschaft in Genua gemeinsam mit der gesamtstaatlichen Behörde geleitet wird. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/verdacht-geld-fuer-terrororganisation-hamas-neun-personen-im-visier-der-justiz" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(STOL hat berichtet)</a><BR /><BR />Nach Angaben der Ermittler wurden dabei mehrere Personen festgenommen, zahlreiche Durchsuchungen im gesamten Staatsgebiet durchgeführt und Vermögenswerte in Millionenhöhe beschlagnahmt. Im Raum steht der Verdacht, dass über formal humanitär tätige Vereine systematisch Gelder gesammelt und an Hamas weitergeleitet wurden.<h3> Hinweise auf stabile Präsenz von Vereinsstrukturen in der Region </h3>Wie Ambrosi betont, taucht Trentino-Südtirol in den bisherigen Rekonstruktionen nicht nur als Schauplatz auf. Vielmehr gebe es Hinweise auf eine stabile Präsenz einschlägiger Vereinsstrukturen sowie auf Aktivitäten, die für die Ermittlungen relevant seien. In diesem Zusammenhang wird auch ein Imam genannt, der in Riva del Garda tätig ist und laut Medienberichten in die Untersuchungen einbezogen sein soll. Die Abgeordnete erinnert zudem an frühere Antiterror-Ermittlungen in der Region, etwa an eine dschihadistische Zelle in Meran oder an Festnahmen im Zusammenhang mit extremistischen Anschlagsplänen.<BR /><BR /><BR />Besondere Aufmerksamkeit gilt laut Ambrosi der Frage der Vermögensverwendung. In der aktuellen Untersuchung seien Anhaltspunkte dafür aufgetaucht, dass ein Teil der Gelder – unter anderem in der Emilia-Romagna – in Immobilien investiert wurde, teils über Zwangsversteigerungen. Vor diesem Hintergrund fordert sie von der Regierung eine genaue Untersuchung, ob vergleichbare Formen der Vermögensumschichtung oder -verschleierung auch in anderen Regionen, insbesondere in Trentino-Südtirol, stattgefunden haben.<BR /><h3> Wie viel Geld aus der Region Gegenstand der Ermittlungen? </h3>In ihrer Anfrage fordert Ambrosi unter anderem Informationen darüber, in welcher Höhe Gelder mit Bezug zu Trentino-Südtirol Gegenstand der Ermittlungen sind, ob auf dem regionalen Gebiet Bargeld, Immobilien oder andere Vermögenswerte sichergestellt wurden und ob – ähnlich wie bei dem Fund von rund 560.000 Euro Bargeld in Sassuolo – auch im Norden Italiens vergleichbare Fälle von Bargeldhortung bekannt sind. Zudem will sie wissen, wie der in Italien verbliebene Anteil der gesammelten Mittel verwendet wurde und welche Präventions- und Kontrollinstrumente der Staat einsetzt, um den Missbrauch humanitärer Strukturen zur Terrorfinanzierung künftig zu verhindern.<BR /><BR />Die politischen Nachfragen stehen damit in direktem Zusammenhang mit den von den italienischen Behörden öffentlich gemachten Vorwürfen, wonach ein international vernetztes System bestanden haben soll, das über Jahre hinweg erhebliche Summen unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit mobilisierte. Trentino-Südtirol rückt dabei zunehmend in den Fokus als möglicher Teil dieses Netzwerks – eine Einschätzung, die nun auch auf parlamentarischer Ebene umfassend aufgearbeitet werden soll.