Die Staatsanwaltschaft hat jetzt ihre Ermittlung abgeschlossen. Die Verdächtigen haben nun 20 Tage Zeit, eine Anhörung zu beantragen oder Gegendarstellungen einzubringen. Sollten ihre Argumente die Staatsanwaltschaft nicht von ihrer Unschuld überzeugen, wird sie die Einleitung eines Hauptverfahrens beantragen. <BR /><BR />Hauptverdächtiger ist allerdings ein Feldwebel des Ausbildungs- und Logistikstützpunkts der Alpini „Tempesti“. Gegen ihn hat die Militärstaatsanwaltschaft ermittelt. Sollte er sich wegen Militärbetrug verantworten müssen, ist das Militärgericht in Verona zuständig. <BR /><BR />Die Ermittlung war nach einer Anzeige von drei Alpini-Soldaten ins Rollen gekommen. Sie gaben an, dass ihr Vorgesetzter seine Untergebenen immer wieder für Arbeiten abkommandiert habe, die gar nicht zu ihren Aufgaben zählten. In einem Fall geht es um die Verlegung von Pflastersteinen in der Kaserne. Während die Militärverwaltung die Rechnung der beauftragten, externen Firma beglichen habe, hätten einen Teil der Arbeiten Soldaten auf Anweisung des Feldwebels durchgeführt. Die Ermittler gehen von einem unrechtmäßigen finanziellen Vorteil und zugleich einem Schaden für die Militärverwaltung von 10.300 Euro aus. <h3> Ermittlungen auch zu Arbeiten in Waschräumen</h3>Ermittelt wurde auch zu Arbeiten in acht Waschräumen – zu denen teilweise ebenfalls Alpini herangezogen worden seien – und zum Austausch von Wärmepumpen. Der mutmaßliche Schaden für die Militärverwaltung, die die Rechnung der externen Firma beglichen hatte, betrage 23.184 Euro. Ein dritter Fall dreht sich um die Instandhaltung von Winterausrüstung. Das beauftragte Unternehmen habe sich nur um rund die Hälfte der Skier gekümmert, für deren Wartung es vom Militär bezahlt worden sei. Der Feldwebel habe jedes Mal bescheinigt, dass alle Arbeiten ordnungsgemäß durchgeführt worden seien. Hier liege der Schaden laut Staatsanwaltschaft bei knapp 7.000 Euro. <BR /><BR />Auch bei Arbeiten am Bodenbelag im Verwaltungsbüro der Kaserne sei getrickst worden, so der Verdacht – mit einem Schaden in Höhe von 310 Euro. Dem fünften Unternehmer wird hingegen zur Last gelegt, den Feldwebel begünstigt zu haben, als dieser sich ein E-Bike im Wert von 2.440 Euro angeeignet habe – weshalb die Militärstaatsanwaltschaft den Feldwebel auch der Veruntreuung verdächtigt. <BR /><BR />Der Feldwebel steht übrigens auch im Visier der Staatsanwaltschaft am Rechnungshof. Er wurde kürzlich aufgefordert, zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen Stellung zu nehmen. Kann er diese nicht entkräften, droht ihm ein Verfahren vor dem Rechnungshof.