Sexuelle Gewalt und Freiheitsberaubung sind die Vorwürfe, die Baumgartner gegen den Mann erhebt. Wie berichtet, war er am Freitagnachmittag verhaftet worden.Die Anzeige der Frau (21), die in einemGastlokal in Oberau arbeitet, liegt bereits zwei Monate zurück. Ihren Angaben zufolge sei es gegen 21 Uhr gewesen, als sie in den Keller gegangen sei, um etwas zu holen. Plötzlich habe sich hinter ihr die Türe geschlossen, und jemand habe das Licht im Raum ausgemacht.Es gelang ihr, sich durch die Dunkelheit zum Lichtschalter zu tasten und wieder einzuschalten. Da sei vor ihr ein Mann mit einem Messer in der Hand gestanden. Sie habe in ihm einen der Gäste aus dem Lokal wieder erkannt. Er sei offensichtlich betrunken gewesen und habe Dinge wie „Ich mache, was ich will" gesagt. Dann habe er sie unsittlich berührt und auch versucht, sie zu küssen. Eine knappe halbe Stunde sei sie im Keller festgehalten worden, dann habe der Mann von ihr abgelassen und sei wieder nach oben gegangen. Kurz darauf hätten er und seine Kollegen das Lokal verlassen.Eine Verwandte überredete sie noch in derselben Nacht, sofort Anzeige zu erstatten. Die Frau, die erst wenige Tage zuvor nach Südtirol gekommen war, um hier zu arbeiten, erklärte, den Angreifer nie vorher gesehen zu haben. Sie beschrieb aber seine Kleidung: Er habe ein T-Shirtmit der Aufschrift „Finanzpolizei" getragen. Auch sei der Mann auf einer Schulter tätowiert gewesen.Sie habe das nur sehen können, als er sich das T-Shirt hochgezogen habe. Der Verteidiger des Mannes, Flavio Moccia sieht das anders. Um die Tätowierung zu sehen, hätte es genügt, dass ein Ärmel des T-Shirts verrutscht. Auch habe die Frau die Gäste sehr freundlich verabschiedet, als sie das Lokal verließen: Nichts an ihrem Verhalten habe auf eine sexuelle Belästigung hingedeutet.Während die Vorgesetzten des Verdächtigen sehr an der Aufklärung des Sachverhaltes interessiert waren, sind einige Kollegen auch ins Visier des Staatsanwaltes geraten. Geprüft wird, ob sie von den Vorfällen im Keller gewusst haben. Bei einer dieser Personen soll es sich um einen Finanz-Maresciallo handeln, der derzeit wegen Veruntreuung vor dem Militärgericht Verona steht. Wie berichtet, wird er verdächtigt, 50 Euro aus einer Beschlagnahme eingesteckt zu haben.rc/D