Dienstag, 16. Mai 2017

Verdächtige Transaktionen im Vatikan

Die vatikanische Finanzaufsicht AIF hat im Jahr 2016 206 verdächtige Transaktionen gemeldet. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der Behörde hervor. Der Verdacht lautete meist auf Betrug, Geldwäsche und schwere Steuerhinterziehung.

Foto: © LaPresse

2013 wurden 202 verdächtige Fälle gemeldet, 2014 waren es 147 und 2015 544. Im Kampf gegen Terrorismus-Finanzierung habe die AIF-Behörde ihre Aktivitäten auch auf internationaler Ebene ausgebaut, hieß es im AIF-Bericht.

„Der Vatikan ist eine globale Institution und hier ist es absolut wichtig, dass die Möglichkeit besteht, mit anderen Ländern und Rechtsprechungen zusammenzuarbeiten. Hier hat man weitere Fortschritte gemacht. Mit sämtlichen wichtigen Jurisdiktionen, von der Finanzseite her betrachtet, hat die AIF entsprechende Abkommen unterzeichnet. Im vergangen Jahr haben wir beispielsweise mit der italienischen Nationalbank oder mit den USA entsprechende Verträge unterzeichnet. Ich denke auch an Abkommen mit Luxemburg oder mit der Schweiz“, sagte der AIF-Präsident, der Schweizer Rene Brülhart, im Interview mit Radio Vatikan am Mittwoch.

Gegründet wurde die „Autorita di Informazione Finanziaria“ (AIF) im Dezember 2010 von Papst Benedikt XVI., um die Finanzgeschäfte im Vatikan transparenter zu machen und internationalen Standards anzupassen. Im April 2011 hatte die Behörde ihre Arbeit aufgenommen. Vor allem die Vatikanbank IOR war wegen des Verdachts der Geldwäsche wiederholt in die Schlagzeilen geraten.

apa

stol