Freitag, 08. Juni 2018

Verdächtiger im Fall Susanna im Irak festgenommen

Im Fall der getöteten 14-jährigen Susanna ist der verdächtige Iraker Ali B. nach den Worten des deutschen Innenministers Horst Seehofer von kurdischen Sicherheitskräften im Irak festgenommen worden. Der 20-Jährige war mit seiner Familie aus Deutschland geflohen und sei in der Nacht auf Freitag auf Bitten der Bundespolizei inhaftiert worden, sagte Seehofer.

Susannas Leiche wurde am Mittwoch gefunden. - Foto: APA (dpa)
Susannas Leiche wurde am Mittwoch gefunden. - Foto: APA (dpa)

Der 20-jährige Iraker hatte gemeinsam mit seiner Familie Deutschland über den Flughafen Düsseldorf legal verlassen, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin. Der Iraker wird verdächtigt, die 14 Jahre alte Susanna vergewaltigt und getötet zu haben. Der Verdächtige und seine Familie habe sogenannte Laissez-passer-Papiere gehabt, die von der EU oder Deutschland ausgestellt würden, wenn kein gültiger Reisepass vorliege.

„Die vorgelegten Dokumente waren echt, gültig und berechtigten zur Ausreise”, betonte auch das Bundespolizeipräsidium in Potsdam am Freitag. Der Mann sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht zur Fahndung ausgeschrieben gewesen. Auf den Tickets nutzten der 20-Jährige und die anderen Familienmitglieder nach den bisherigen Ermittlungen im Mordfall Susanna andere Namen als auf ihren offiziellen Dokumenten.

Bei Ausreisekontrolle Abgleich von Flugticket und Pass nicht vorgesehen

Bei der grenzpolizeilichen Ausreisekontrolle sei ein Abgleich von Flugticket und Pass nicht vorgesehen, so die Bundespolizei. Im Rahmen der Luftsicherheitskontrolle sei ein derartiger Abgleich ebenfalls „derzeit rechtlich nicht möglich”.

Unterdessen hat ein Zeugenaufruf die Ermittler nicht entscheidend weitergebracht. Im Call-Center seien zwar Hinweise eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Auch die Staatsanwaltschaft konnte am Freitag keine neuen Erkenntnisse bekanntgeben. Das schriftliche Obduktionsergebnis und die DNA-Analysen lägen noch nicht vor, sagte eine Sprecherin. Es sei auch unklar, ob man wegen der langen Liegezeit der Leiche überhaupt noch verwertbares DNA-Material finden könnte.

Der Iraker wird verdächtigt, das 14 Jahre alte Mädchen Susanna vergewaltigt und getötet zu haben. Die Jugendliche aus Mainz war zuvor zwei Wochen lang vermisst worden. Am Mittwoch wurde schließlich die Leiche in einem Erdloch in Wiesbaden entdeckt. Ein zunächst festgenommener 35-jähriger Türke wurde am Donnerstagabend wieder freigelassen. Gegen ihn besteht kein konkreter Tatverdacht mehr. (STOL hat berichtet)

apa/dpa/ag.

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stol