Die beiden jungen Frauen setzen sich für Schulpatenschaften für Halb- und Vollwaisen sowie Daykinder ein – inzwischen sind es bereits mehr als 100. „Elimupendo“ vereint die Kiswahili-Wörter „Elimu“ (Bildung) und „Upendo“ (Liebe) – Werte, die den Verein tragen. Präsidentin von Mörl und ihre Vize Egger waren natürlich schon selbst vor Ort, haben in Arusha mehrere Monate verbracht, zugehört, beobachtet und mit angepackt.<BR /><BR /> „Wir treten nie als diejenigen auf, die alles besser wissen“, sagt Egger. „Uns geht es darum, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen“, fügt die Präsidentin hinzu. Und es geht auch um mehr als „nur“ Bildung im klassischen Sinne. Denn der Verein begleitet Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis über die Schulzeit hinaus. Und oft endet die Unterstützung nicht mit dem letzten Schultag. <BR /><BR />„Wenn junge Menschen die Einrichtungen verlassen müssen, stehen sie oft vor dem Nichts“, erklärt Egger. „Wir versuchen, sie auch dann noch zu begleiten – manchmal mit kleinen Dingen, die bei uns selbstverständlich sind: ein Handy, etwas Startkapital oder auch ein Fahrrad helfen, den Weg in ein eigenständiges Leben zu ebnen.“<BR /><BR />Und an den Schulen, die der Verein unterstützt, ist Lernen mehr als Pauken. Natürlich wird dort gerechnet, gelesen und geschrieben. Aber es wird auch getanzt, gesungen und gelacht.<h3> Ansprechpartner vor Ort</h3> Kinder lernen, sich selbst zu vertrauen, schon früh Verantwortung zu übernehmen und ihre Stimme zu erheben. Lehrkräfte sind dabei nicht nur Wissensvermittler, sondern auch Begleiter, Vertrauenspersonen und Mutmacher. So entsteht ein Raum, in dem Gemeinschaft Tag für Tag spürbar wird.<BR /><BR />Ein zentrales Element der Vereinsarbeit ist die enge Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort. Projekte werden nicht von außen vorgegeben, sondern gemeinsam entwickelt. Lokale Partner bringen ihre Erfahrungen ein, kennen die Realität, die Herausforderungen – und die Lösungen. „Wir haben verlässliche Ansprechpartner vor Ort, denen wir blind vertrauen können“, betont von Mörl. <BR /><BR />Neben dem Unterricht spielen auch Themen wie Gesundheit, Hygiene und Gleichberechtigung eine wichtige Rolle. Um helfen zu können, braucht der Verein aber Hilfe aus Südtirol. <h3> Paten aus Südtirol gesucht</h3> „Wir suchen deshalb weitere Paten für die vielen Kinder und Jugendlichen“, sagt von Mörl. Patenschaften können auch gemeinsam übernommen werden – von Schulklassen, Vereinen oder Gruppen. Wichtig sei vor allem Verlässlichkeit. „Wer eine Patenschaft übernimmt, sollte dies möglichst langfristig tun – idealerweise über die gesamte Schulzeit hinweg“, betont die Präsidentin. „Und wenn sich etwas ändert, ist Offenheit entscheidend, damit rechtzeitig Ersatz gefunden werden kann. Spenden an den Verein sind zudem steuerlich absetzbar.“ <BR /><BR />Und Egger fügt hinzu: „Unser Verein arbeitet ehrenamtlich, und das gesamte gesammelte Geld kommt den Projekten für Kinder und Jugendliche zugute.“ Der Ausbau sozialer Arbeit ist zudem ein Ziel für die Zukunft: Viele Kinder und Jugendliche tragen negative Erfahrungen in sich, denn frühkindliche Traumata haben Spuren hinterlassen. „Und daraus resultieren oft Entwicklungsstörungen“, erklärt Egger. Der bundesdeutsch-südtirolerische Verein will in diesem Bereich künftig also noch gezielter unterstützen – auffangen, begleiten und stärken.<BR /><BR />Und noch etwas: „Elimupendo“ hilft u. a. auch in Krankheitsfällen. „Natürlich nur in dem Rahmen, den unsere Ressourcen zulassen“, betont von Mörl. Eine Patenschaft sei für den Verein also eine leise, unsichtbare Brücke zwischen zwei Welten, die aber Wirkung hat – in vielerlei Hinsicht.