Mittwoch, 19. Mai 2021

Verfahren gegen Kapitänin Rackete auf Sizilien eingestellt

Ein Richter in der sizilianischen Stadt Agrigent hat die Einstellung der Untersuchung gegen die Kapitänin des deutschen Rettungsschiffes „Sea-Watch 3“, Carola Rackete, beschlossen.

Kapitänin Carola Rackete habe aus Pflicht gehandelt,  berichtete die Staatsanwaltschaft.
Kapitänin Carola Rackete habe aus Pflicht gehandelt, berichtete die Staatsanwaltschaft. - Foto: © APA (AFP/Archiv) / TOBIAS SCHWARZ
Gegen Rackete wurde wegen Widerstand gegen die Polizei und Verletzung eines Polizeischiffes ermittelt. Der Richter nahm die Forderung der Staatsanwaltschaft an, die sich gegen einen Prozess gegen die 33-Jährige ausgesprochen hatte.

Die Kapitänin habe aus Pflicht gehandelt, die Migranten zu einem sicheren Hafen zu führen, berichtete die Staatsanwaltschaft. Sie habe aus humanitären Gründen gehandelt. Die Deutsche war im Juni 2019 mit der „Sea-Watch 3“ und 40 Migranten an Bord unerlaubt in den Hafen der süditalienischen Insel Lampedusa eingefahren. Sie hatte dabei auch ein Schiff der Finanzpolizei touchiert. Rackete wurde vorübergehend festgenommen.

Rackete war am Montag mit ihrer Klage gegen den ehemaligen italienischen Innenminister Matteo Salvini wegen Anstiftung zu Verbrechen gescheitert. Eine Mailänder Untersuchungsrichterin beschloss die Einstellung der Untersuchung gegen Salvini, die aufgrund der im Sommer 2019 eingereichten Klage Racketes in die Wege geleitet worden war.

Rackete hatte mit ihrer Klage die italienische Justiz zur Schließung der Sozialen Netzwerk-Konten des Politikers aufgefordert. Salvini nutze Facebook und Twitter, um „Hassbotschaften zu verbreiten“, betonte Racketes Rechtsanwalt Alessandro Gamberini.

apa

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