Die Vereinbarung mit dem Krankenhausverbund „Azienda Ospedaliera dei Colli“ beendet das Zivilverfahren, während die strafrechtlichen Ermittlungen und das bevorstehende Strafverfahren davon unberührt bleiben.<BR /><BR />Über die Höhe der vereinbarten Entschädigung, deren formelle Unterzeichnung für September vorgesehen ist, vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Indiskretionen zufolge könnte sich die Summe auf knapp 1,5 Millionen Euro belaufen. <BR /><BR />Ursprünglich hatte die Familie drei Millionen Euro gefordert. Anspruchsberechtigt sind insgesamt sechs Angehörige: die Eltern, die Geschwister des Kindes sowie zwei Großeltern.<BR /><BR />„Unsere Priorität war es, dieses Verfahren noch vor dem Strafprozess abzuschließen. Dank des Monaldi-Krankenhauses ist uns das gelungen. <BR />Die Höhe der Summe hat mich, wie ich immer gesagt habe, nie interessiert. Das Wichtigste war, ohne die Belastung eines Zivilverfahrens in den Strafprozess zu gehen“, sagte Domenicos Mutter Patrizia Mercolino.<BR /><BR /> Der Junge war am 23. Dezember 2025 im Monaldi-Krankenhaus in Neapel transplantiert worden. Nach der fehlgeschlagenen Herztransplantation starb er am 21. Februar 2026. Die Einigung zwischen der Familie Caliendo und dem Krankenhaus erfolgte nach monatelangen Verhandlungen. Nach Angaben des Krankenhausverbunds waren umfangreiche medizinische und juristische Prüfungen durch den internen Ausschuss für Schadensfälle ausschlaggebend.<h3>Ermittlungen gegen sieben Personen</h3>In einer Mitteilung erklärte der Krankenhausverbund, der „strenge Prüfungsprozess“ habe eine Rekonstruktion des gesamten Sachverhalts mit größtmöglicher wissenschaftlicher und juristischer Genauigkeit ermöglicht. Die angebotene Entschädigung entspreche vollständig den geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Die Klinik betonte, sie behalte sich ausdrücklich das Recht vor, Ansprüche gegen Personen geltend zu machen, die im Verlauf der strafrechtlichen Verfahren gegebenenfalls für den Tod des Kindes verantwortlich gemacht werden.<BR /><BR /> Die Staatsanwaltschaft Neapel ermittelt gegen sieben Personen aus dem neapolitanischen Transplantationsteam wegen Verdacht auf fahrlässige Tötung. Das Ärzteteam aus Neapel, das die Entnahme in Bozen durchgeführt hatte, steht im Verdacht, einen Fehler bei der Konservierung des Spenderherzens gemacht zu haben. Bekanntlich soll es auf Trockeneis gelagert und dadurch beschädigt worden sein. Trotzdem sei es dem Buben eingesetzt worden. <BR /><BR />Das Team, das die Transplantation in Neapel durchgeführt hat, wird verdächtigt, das Herz des Buben vorzeitig entnommen zu haben, bevor er Zustand des Spenderherzens überprüft worden sei. Die Staatsanwaltschaft mutmaßt auch, dass die Krankenakte des Buben gefälscht worden sein könnte – insbesondere hinsichtlich der Zeitangaben zu bestimmten Phasen der Transplantation.