<p class="text-space-left"> </p> Auf insgesamt 1.175 Seiten richtet Perathoner seinen Fokus auf die ladinisch- und friulanischsprachigen Minderheiten und setzt diese in einen vergleichenden Kontext mit der rätoromanischen Sprachgemeinschaft in der Schweiz. „Durch die Gegenüberstellung werden unterschiedliche Modelle des Minderheitenschutzes sowie deren rechtliche und gesellschaftliche Auswirkungen sichtbar“, so der Rechtsanwalt. Vor dem Hintergrund der geografischen, historischen, rechtlichen und sprachwissenschaftlichen Rahmenbedingungen der bündnerromanischen, dolomitenladinischen und friulanischen Sprachgruppe werden so insbesondere auch die derzeitigen Unterschiede in den anwendbaren Schutzstandards herausgearbeitet.<BR /><BR />Weiters sollte durch ihr mehrsprachiges und internationales Format der Tagung der Dialog zwischen Wissenschaft, Rechtspraxis und Politik gefördert und zugleich ein Beitrag zu den aktuellen Debatten über Vielfalt, Inklusion und die Zukunft des Minderheitenschutzes in Europa geleistet werden.<h3> „Auch demografischen Wandel berücksichtigen“</h3>Zu Wort kam dabei auch Peter Hilpold, Professor für Völkerrecht, Europarecht und Vergleichendes Öffentliches Recht an der Universität Innsbruck, der die historische Entwicklung des Minderheitenschutzes in Südtirol einordnete. Die Unterdrückung der sprachlichen Minderheiten habe insbesondere während des Faschismus ein hohes Ausmaß erreicht. Gerade vor diesem Hintergrund sei die Bedeutung des Minderheitenschutzes in den vergangenen Jahrzehnten stetig gewachsen.<BR /><BR />Hilpold ging zudem auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen ein. So verwies er auf die hohe Abwanderungsrate der akademischen Jugend. „Wer über die Weiterentwicklung der Autonomie nachdenkt, muss daher auch diese demografischen und sozialen Entwicklungen berücksichtigen“, so Hilpold.<BR /><BR />Mit einer Anekdote zur Geschichte der Ladiner veranschaulichte Hilpold die Entwicklung des Minderheitenschutzes in Südtirol. So hätte man damals im Gruber-De-Gasperi-Abkommen die ladinische Sprachgruppe nicht berücksichtigen wollen. Heute sei die Situation jedoch eine grundlegend andere: Die Ladiner werden als eigenständige Sprachminderheit anerkannt und geschützt. Zu dieser Entwicklung habe auch Perathoner mit seiner wissenschaftlichen Arbeit einen wesentlichen Beitrag geleistet.