Dienstag, 01. Juni 2021

Vergleich wegen Kindstötung in Lana: 2 Jahre bedingte Haft für Mutter

2 Jahre Haft auf Bewährung: Diesen Vergleich hat Richterin Carla Scheidle am Montag für die Rumänin, der die Tötung ihres Neugeborenen vorgeworfen wurde, offiziell abgesegnet.

Am Fundort der Babyleiche wurde zum Zeichen der Trauer eine Kerze aufgestellt.
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Am Fundort der Babyleiche wurde zum Zeichen der Trauer eine Kerze aufgestellt. - Foto: © DLife/RM
Die Weichen für den Vergleich waren schon im März gestellt worden. Ausschlaggebend war nicht zuletzt die Tatsache, dass die Frau einen kleinen Sohn hat. Sie arbeitet 6 Monate im Jahr in ihrer Heimat und sorgt dort für ihn, die restlichen 6 Monate arbeitet sie im Ausland, um die Familie erhalten zu können. Eine Haftstrafe über 2 Jahren hätte nicht zur Bewährung ausgesetzt werden können, die 26-jährige hätte die Strafe in Form von gemeinnütziger Arbeit ableisten können. Allerdings hätte sie während all dieser Zeit nicht ausreisen können, ihr Sohn hätte seine Mutter sehr lange nicht gesehen. Diese verzweifelte Lage von Mutter und Kind fiel durchaus ins Gewicht, als die Richterin der Frau die allgemein mildernden Umstände zugestand.

Die herzzerreißende Tat hatte im September 2019 großes Aufsehen erregt. Am 15. September hatten Spaziergänger den leblosen Körper eines Babys in einem Gebüsch in Oberlana entdeckt. Laut Autopsie war das Kind erstickt. Die Mutter – eine junge Rumänin – konnte bald ausgeforscht werden. Ursprünglich wurde ihr Mord vorgeworfen. Doch schon bald kristallisierte sich heraus, dass die Frau in einem psychischen Ausnahmezustand war. Die Anklage wurde in Kindstötung aus materieller und seelischer Not abgewandelt. Im Sinne von Art. 578 StGB trägt der Gesetzgeber explizit jenen tragischen Fällen Rechnung, in denen die Tat durch materielle und seelische Not, die mit der Geburt in Zusammenhang steht, bedingt ist.

rc