Montag, 09. August 2021

Verheerende Brände in Südeuropa und Russland dauern an

In Südeuropa kämpfen die Feuerwehren weiterhin gegen die Flammen. Auch in Russland nehmen die Brände immer verheerendere Ausmaße an. Für die kommenden Tage wird vor einer weiteren Hitzewelle und Bränden gewarnt.

Zahlreiche Häuser wurden von den Bränden zerstört. Die Bewohner laufen um ihr Leben.
Zahlreiche Häuser wurden von den Bränden zerstört. Die Bewohner laufen um ihr Leben. - Foto: © APA/afp / ANGELOS TZORTZINIS
Der Süden Europas brennt: In Süditalien bedrohen Feuer zunehmend Landwirtschaft und Naturschutzgebiete. In Griechenland haben die Brände rund um Athen nachgelassen, dafür steht ein großer Teil der Insel Euböa in Flammen. In der Türkei ist vor allem die westliche Provinz Mugla betroffen. Immer dramatischere Ausmaße nimmt die Waldbrandsituation auch in Russland an.

Naturareale in Süditalien in Gefahr

Die Sorgen sind in Süditalien groß. „Ein weiteres Mal befinden sich die geschützten Naturareale im Klammergriff verheerender Brände“, erklärte der Präsident des Verbands für Parks und Naturreservate Federparchi, Giampiero Sammuri.

Betroffen seien der Aspromonte Nationalpark im süditalienischen Kalabrien und der Parco delle Madonie östlich der sizilianischen Hauptstadt Palermo. Federparchi forderte, das Überwachungs- und Brandschutzsystem zu verbessern. Für die kommenden Tage warnte die Zivilschutzbehörde vor einer weiteren Hitzewelle und weiteren Bränden.

Griechenland benötigt dringend Hilfe

Überall kämpfen Rettungskräfte und Bürger bis zur Erschöpfung gegen das Inferno an. Bei den Menschen machte sich zugleich immer mehr Unmut über unzureichende Hilfen breit, doch international sind die Appelle angekommen.

Während mehrere Südtiroler in Sizilien im Einsatz stehen ( STOL hat berichtet), werden am Montag 35 Feuerwehrleute aus dem Bundesland Salzburg nach Griechenland reisen, um dort gegen die Flammen anzukämpfen.

Am Donnerstag wurden 6 „frische“ Feuerwehrleute (3 von der Freiwilligen Feuerwehr Leifers/St. Jakob/Grutzen und 3 von der Berufsfeuerwehr) mittels Flugzeug von Verona nach Catania auf den Weg geschickt, um 6 Wehrleute abzulösen. Diese fliegen heute zurück nach Südtirol.


Die Hilfe wird in Griechenland dringend benötigt. Auf Euböa hat am Sonntag verstärkt der Einsatz von Löschflugzeugen begonnen, nachdem die Brände im Norden Athens vorerst nachgelassen hatten und die Flieger in der dicht besiedelten Region nicht mehr so dringend gebraucht wurden.

Allerdings wird die Arbeit der Rettungskräfte erschwert: „Es gibt große Schwierigkeiten für die Löschflugzeuge, weil die Temperaturen extrem hoch sind und die Sicht sehr schlecht“, sagte der griechische Zivilschutzchef Nikos Chardalias. Auf der Insel gibt es 2 gewaltige Feuerfronten.



Auch Türkei und Russland kämpfen gegen die Flammen


Die Türkei kämpft schon den 12. Tag in Folge gegen die schwersten Waldbrände seit mehr als 10 Jahren. Mindestens sechs Brände waren am Sonntag nach offiziellen Angaben noch nicht unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich vor allem auf die westtürkische Provinz Mugla. Dort erschwerten Winde die Löscharbeiten.

Wegen des gebirgigen und abschüssigen Geländes können Fahrzeuge das stark bewaldete Gebiet vom Land aus schlecht erreichen. Löschflugzeuge und Helikopter warfen immer wieder Wasser ab. Unterstützung kam unter anderem aus Spanien, Russland, Polen und der Ukraine.

In Russland nimmt die Waldbrandsituation immer dramatischere Ausmaße an. Im flächenmäßig größten Land der Erde meldeten die Behörden am Sonntag mehr als 240 Brände mit einer Gesamtfläche von rund 3,5 Millionen Hektar. Auf dem Großteil der Fläche wird nicht gelöscht, weil die Kosten hoch seien und es keine Gefahr für Menschen bestehe, teilte die für den Forstschutz zuständige Behörde Avialesoochrana mit.

Feuer breitet sich rasend aus

Vor allem betroffen war die sibirische Region Jakutien (Republik Sacha) im Nordosten des Landes. Dort galt wie in insgesamt 8 Regionen der Ausnahmezustand. In Jakutien brannten in dem Dorf Bjass-Kjuel mehr als 30 Wohnhäuser ab. Die Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Das Feuer breitet sich wegen hoher Windgeschwindigkeiten rasend aus. Mehrere Ortschaften waren laut Behörden bedroht, darunter die Siedlung Sangar mit Öllagern. Auch in der Stadt Sarow mit dem nationalen atomaren Forschungszentrum wurde der Ausnahmezustand verhängt. Der Schritt sei notwendig, weil sich das Feuer im Gebiet von Nischni Nowgorod ausbreite und so zusätzliche Kräfte zur Löschung der Brände mobilisiert werden können, teilte die Verwaltung der abgeschirmten Stadt mit. Dort liegt Russlands Kernforschungszentrum.

Die Südtiroler Wehrleute, die in Sizilien gegen die Flammen kämpfen, haben einige Eindrücke ihrer Einsätze in einem Video festgehalten.

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apa/stol