Dienstag, 23. Juli 2019

Verheerende Waldbrände in Portugal

Durch die Waldbrände in Portugal sind innerhalb von vier Tagen 7000 Hektar Wald vernichtet worden. Die Zahl der Verletzten stieg nach Angaben der Rettungsdienste am Dienstag auf 41 - darunter ein Landwirt, der mit einem Rettungshubschrauber nach Lissabon gebracht werden musste. Weiterhin waren in der Region Castelo Branco rund 1.100 Feuerwehrleute im Einsatz.

Mehr als 1.000 Feuerwehrleute waren am Dienstag noch im Einsatz Foto: APA (AFP)
Mehr als 1.000 Feuerwehrleute waren am Dienstag noch im Einsatz Foto: APA (AFP)

Die Brände wurden unter Kontrolle gebracht. Dabei erhielt die Feuerwehr Unterstützung durch leichte Niederschläge. In der hauptsächlich betroffenen Region wurde Kritik laut, dass nicht hinreichend viele Einsatzkräfte mobilisiert worden seien. So sagte der Bürgermeister von Vila de Rei, Ricardo Aires, gemessen am Ausmaß des Brandes habe es „wenige Mittel” zu ihrer Bekämpfung gegeben.

Einsatzleiter Luis Belo Costa hielt dem entgegen, er verfüge nicht über „unbegrenzte Mittel”. 650 Feuerwehrleute waren in anderen Regionen Portugals damit beschäftigt, kleinere Brände zu ersticken.

Die Bergregion im Zentrum Portugals wird regelmäßig von Waldbränden heimgesucht. Bei zwei verheerenden Bränden im Sommer und im Herbst 2017 kamen dort 114 Menschen ums Leben. Das hohe Waldbrandrisiko ist durch strukturelle Probleme mitbedingt. Die Region leidet unter Landflucht. Viele Felder, Wiesen und Wälder werden nicht mehr bewirtschaftet. Stattdessen wird Eukalyptus gezüchtet, der in der Papierproduktion verwendet wird. Die schnell wachsenden Bäume sind ein lukratives Geschäft, aber sehr leicht entzündlich.

Neue Hitzewelle

In Europa war am Dienstag eine neue Hitzewelle im Anzug, die bis Donnerstag dauern soll. In Frankreich werden wegen der Hitze zwei Atomreaktoren des staatlichen Betreibers EDF in Golfech im Südwesten des Landes heruntergefahren.

Aus Bordeaux wurde ein neuer Hitzerekord von 41,2 Grad gemeldet. Der vorherige Rekord wurde dort im August 2003 mit 40,7 Grad erreicht. Meteorologen rechneten damit, dass in mehreren europäischen Ländern neue regionale und möglicherweise sogar absolute nationale Hitzerekorde aufgestellt werden. So werden in der Region Köln nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes Werte von 41 Grad erwartet.

Wegen extremer Hitze wurde in Belgien erstmals Alarmstufe Rot (”Code rot”) ausgerufen. Die Kriterien dafür seien erfüllt, teilte David Dehenauw vom Königlichen Meteorologische Institut auf Twitter mit. Zuvor hatten die Temperaturen in der Brüsseler Gemeinde Uccle mit 33,7 Grad einen neuen Tagesrekord erreicht. Für Mittwoch und Donnerstag erwartete Dehenauw weitere Höchstwerte. Dann dürften die Temperaturen auf 39 oder sogar 40 Grad steigen.

apa/ag./dpa

stol