Mittwoch, 15. April 2020

Verkehrsbeschränkungen: Stickoxidwerte stark gesunken

Messungen der Universität Innsbruck zeigen, dass die Stickoxidwerte in der 2. März-Hälfte deutlich zurückgegangen sind. Die Auswirkungen der drastischen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus hinterlassen somit deutliche Spuren in den Messdaten des Innsbrucker Atmosphärenphysiklabors.

Die Verkehrsbeschränkungen zeigen in Innsbruck 1. Effekte.
Die Verkehrsbeschränkungen zeigen in Innsbruck 1. Effekte. - Foto: © APA / EXPA/ERICH SPIESS
Die Ergebnisse können helfen, die Auswirkungen von Verkehrsbeschränkungen auf Luftschadstoffe und Klimagase besser zu beurteilen.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie schaffen auch für die Wissenschaften eine bisher nie da gewesene Situation: „Die weitreichenden Mobilitätsbeschränkungen ermöglichen uns ein kontrolliertes Experiment“, sagt der Innsbrucker Atmosphärenforscher Thomas Karl.

„Dieses globale Interventionsexperiment könnte in Zukunft helfen, die tatsächlichen Auswirkungen von Verkehrsbeschränkungen auf die Verteilung von Luftschadstoffen und auf die Emissionsmenge von Klimagasen besser beurteilen und quantifizieren zu können“, erklärt Karl weiter.

Deutliche Reduktion der Stickoxide

Luftschadstoffe verweilen sehr viel kürzer in der Atmosphäre als das langlebige Kohlendioxid. Sinken die Emissionen zum Beispiel durch den Rückgang des Verkehrs, geht auch die Konzentration der Schadstoffe in der Luft sehr rasch zurück. „Diesen Effekt sieht man derzeit weltweit bei Stickoxiden sehr deutlich“, sagt Thomas Karl.

„Im Rahmen einer österreichischen Initiative für förderbare F&E-Infrastrukturprojekte betreiben wir an der Universität Innsbruck seit 2018 kontinuierlich urbane meteorologische und atmosphärenchemische Beobachtungssysteme“, so Karl weiter.

Dies erlaubt es den Forschern nun, einen 1. Einblick in die Verteilung von Schadstoffen in der Talatmosphäre rund um Innsbruck vor und nach den Verkehrsbeschränkungen zu gewinnen. „Die tageszeitlichen Verläufe der Stickstoffdioxid-Konzentration am Boden und in der gesamten Talatmosphäre rund um Innsbruck zeigen in der zweiten März-Hälfte eine deutliche Reduktion, die über die natürlich zu erwartende Variabilität durch das Wetter hinausgeht“, erläutert Thomas Karl die ersten Ergebnisse.




stol