Im Auftrag der Nordtiroler Verkehrslandesrätin Ingrid Felipe wurde eine Studie zur Erhebung des Schwerverkehrs auf der Drautalstraße B100 in Auftrag gegeben. Aus den Ergebnissen dieser Studie sollen die Auswirkungen eines möglichen Lkw-Fahrverbotes zur Verringerung des Transitverkehrs in Osttirol abgeschätzt werden.<BR /><BR />Die Gemeinden im Südtiroler Pustertal hatten sich sehr interessiert an der Studie gezeigt und bereits bekundet, sich gegebenenfalls den Maßnahmen der Nachbarn anschließen zu wollen. Im Zuge dieser Absichtserklärungen in den Gemeinderäten des Haupttales, hat St. Lorenzens Bürgermeister Martin Ausserdorfer versprochen, seinen Gemeinderat über die Erkenntnisse der Studie zu informieren, sobald diese vorlägen. <h3> Nur geringe Entlastung</h3>Die Studie zeigt auf, dass ein mögliches Lkw-Fahrverbot auf der Drautalstraße im besten Fall 5 bis 10 Prozent (70 bis 80 Lkw täglich) betrifft und damit das Gesamtverkehrsaufkommen an Werktagen nur um rund 0,7 Prozent verringern würde. Diese Werte dürften dann in der Folge auch für das Südtiroler Pustertal gelten.<BR /><BR />Die Daten wurden im Mai 2021 entlang der Drautalstraße erfasst. Mit insgesamt 16 automatischen Erfassungsgeräten zwischen der Anschlussstelle Lendorf in Kärnten und der Staatsgrenze bei Sillian wurde eine 48-stündige Fahrzeugverfolgung durchgeführt.<BR /> Dabei wurde mit insgesamt 124.000 erhobenen Kennzeichen eine Datengrundlage geschaffen, welche mit der üblichen händischen Zählmethode nicht erreicht worden wäre und die einen soliden Überblick auf das Verkehrsgeschehen entlang dieses Straßenabschnittes liefert. <BR />Die erhobenen Daten wurden mit den Daten einer Studie aus dem Jahr 2019, dem letzten vollständigen Jahr ohne Auswirkungen der Pandemie, verglichen.<h3> Es bräuchte viele Ausnahmen</h3>Wie es im neuesten Ergebnis der Studie heißt, müsse ein mögliches Verbot für durchfahrende Lkw den Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung entsprechen, wonach die Leichtigkeit oder Flüssigkeit des Verkehrs entlang des betroffenen Streckenabschnittes beeinträchtigt oder gefährdet sei.<BR /><BR /> Des Weiteren bräuchte es für den Ziel- und Quellverkehr in der Region sowie für Fahrten mit besonders langen Umwegen Ausnahmeregelungen, da nicht alle vom Fahrverbot potenziell betroffenen Lkw sinnvoll auf andere Strecken verlagerbar seien. <BR /><BR />Wie Landesrätin Felipe betont, seien alle in den vergangenen Jahren in Tirol verordneten Fahrverbote „nur im zwingend notwendigen Ausmaß erlassen worden, und auch nur dann, wenn die Erforderlichkeit der geplanten Maßnahme fachlich nachgewiesen war“. <BR /><BR />Für Osttirol fasst Felipe deshalb die Erkenntnisse aus der Studie so zusammen, dass „bei dem belegten, geringen Reduktionspotenzial ein Lkw-Fahrverbot zu keiner spürbaren Verbesserung der Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs auf der B100 kommen würde, womit die vom Verfassungsgerichtshof geforderte Erforderlichkeit der Maßnahme nicht besteht“.<BR /><BR />