Donnerstag, 23. April 2015

Verkürzter Prozess nach tödlichem Gondelunfall

Über anderthalb Jahre nach dem Tod eines deutschen Professors bei einem Gondelunfall in Venedig müssen sich vier Männer in einem verkürzten Verfahren vor Gericht verantworten.

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Am 12. Mai könne es ein erstes Urteil geben, sagte der Anwalt der Familie des Opfers, Lorenzo Picotti, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die drei Fahrer von Wasserbussen und ein Taxifahrer hatten zuvor den verkürzten Prozess beantragt, Verteidigung und Gericht zugestimmt.

„Wir sind sehr zufrieden damit“, sagte Picotti. „Vor Gericht müsste sonst die Familie aussagen und die gesamte Tragödie noch einmal durchleben.“

Die Familie des 50 Jahre alten Professors, der in München arbeitete und in Tübingen wohnte, will etwa sechs Millionen Euro Schadenersatz. Darüber könnte nach Angaben von Picotti in einem zweiten Prozess entschieden werden, zunächst soll es nur um die mögliche Verantwortung der vier Angeklagten gehen.

Ein fünfter Verdächtiger, ein Gondoliere, ließ sich nicht auf den verkürzten Prozess sein. Ob er vor Gericht gestellt wird, soll auch im Mai entschieden werden. D

as Opfer war im August 2013 bei dem Unfall nahe der Rialto-Brücke in Venedig ins Wasser gestürzt, als seine Gondel mit einem Wasserbus zusammenstieß.

dpa

stol