Samstag, 10. August 2019

Verletzte und schwere Schäden durch Tornado in Luxemburg

Ein Tornado hat am Freitagabend im Südwesten von Luxemburg schwere Schäden angerichtet.

Der angerichtete Sachschaden ist noch nicht bezifferbar Foto: APA (AFP)
Der angerichtete Sachschaden ist noch nicht bezifferbar Foto: APA (AFP)

14 Menschen wurden nach Angaben der luxemburgischen Regierung verletzt, davon 2 schwer. Besonders hart getroffen habe es die Orte Petingen und Käerjeng. Dort wurden einer offiziellen Mitteilung zufolge insgesamt rund 160 Häuser beschädigt oder abgedeckt. 

Mehr als 1.000 Notrufe gingen innerhalb weniger Minuten bei Polizei und Feuerwehr ein. In den beiden Orten wurden Notunterkünfte für Bürger eröffnet, die durch den Tornado obdachlos wurden. Die Polizeipräsenz in den Orten sei verstärkt worden, hieß es weiter.

Ein Krisenstab wurde eingerichtet

Regierungschef Xavier Bettel teilte über Twitter mit, es sei ein Krisenstab eingerichtet worden. „Die Regierung hilft den Betroffenen”, schrieb er. Der Krisenstab warnte die Bevölkerung davor, sich in die Nähe von umgestürzten Strommasten zu begeben. Die Stromversorgung des Großherzogtums sei jedoch nach einigen lokalen Ausfällen nicht gefährdet.

Dass es sich um einen Tornado gehandelt habe, sei gesichert, sagte der Meteorologe Marco Manitta vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Freitagabend. Dies belegten zahlreiche Bilder und Videoaufnahmen aus unterschiedlichen Quellen, erklärte er. Der Tornado habe schwere Schäden verursacht, vor allem in Petingen, erklärte Manitta.

Verheerende Bilder 

Bilder aus dem betroffenen Gebiet zeigten die Verheerungen: Autos, die von Dachziegeln und Gebäudeteilen beschädigt wurden, durch die Luft wirbelnde Gegenstände. Betroffen war auch der Ort Niederkerschen und seine Umgebung.

Ein Sprecher der luxemburgischen Polizei berichtete von einer „Schneise der Verwüstung”, die sich fünf, sechs oder sieben Kilometer weit ziehe. Mehrere Gebäude seien unbewohnbar und Notunterkünfte eingerichtet. Zahlreiche Einsatzkräfte waren im Einsatz. „Alle verfügbaren Einheiten und Hilfsdienste sind vor Ort”, sagte der Sprecher.

Im benachbarten Deutschland, in den Bundesländern Saarland, Rheinland-Pfalz sowie Baden-Württemberg, gab es den Angaben zufolge schwere Unwetter. In Rheinland-Pfalz waren besonders die Städte Neuwied und Koblenz betroffen. Hier wurden Kanaldeckel aufgeschwemmt und Straßen teils überflutet, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz sagte.

apa/dpa

stol