Freitag, 03. Dezember 2021

Verschwörungstheorien verbreiten sich stark in Italien

Fast 2 Jahre nach Ausbruch der Corona-Pandemie in Italien scheinen sich Verschwörungstheorien in der italienischen Gesellschaft stärker zu verbreiten, wie aus einer neuen Studie hervorgeht.

Fast 2 Jahre nach der Entdeckung des Coronavirus in Italien glauben der Umfrage zufolge 5,9 Prozent der Befragten nicht an die Existenz des Virus.
Fast 2 Jahre nach der Entdeckung des Coronavirus in Italien glauben der Umfrage zufolge 5,9 Prozent der Befragten nicht an die Existenz des Virus. - Foto: © Shutterstock / shutterstock
Obwohl die Impfkampagne in Italien erfolgreich ist und laut Angaben der Gesundheitsbehörden 87 Prozent der Einwohner zumindest eine Impfdosis erhalten haben, gaben 31,4 Prozent der Befragten an, die Impfstoffe seien experimentelle Arzneimittel und dass die Personen, die sich impfen lassen, „Versuchskaninchen“ seien.

Fast 2 Jahre nach der Entdeckung des Coronavirus in Italien glauben der Umfrage zufolge 5,9 Prozent der Befragten nicht an die Existenz des Virus, 10,9 Prozent halten Impfstoffe für nutzlos und 12,7 Prozent meinen, dass die Wissenschaft mehr schade als nütze.

Die Umfrage des Forschungsinstituts Censis, bei der 1200 Personen befragt wurden, ergab außerdem, dass 19,9 Prozent der erwachsenen Bevölkerung der Meinung sind, dass die 5G-Mobilfunktechnologie eine ausgeklügelte Methode sei, um den Verstand der Menschen zu kontrollieren. „Das Irrationale ist in das soziale Gefüge eingedrungen, auch in die Protestbewegungen, die in diesem Jahr die Straßen entflammt haben“, heißt es in dem Bericht des Statistikinstituts.

Laut 51,2 Prozent der Befragten wird Italien trotz des kräftigen Anstiegs des Bruttoinlandprodukts (BIP) in diesem Jahr nie wieder zum Wirtschaftswachstum und dem Wohlstand der Vergangenheit zurückkehren.

Das italienische BIP war im Jahrzehnt der 1970er Jahre real um insgesamt 45,2 Prozent, in den 1980er Jahren um 26,9 Prozent, in den 1990er Jahren um 17,3 Prozent, im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends um 3,2 Prozent und im Jahrzehnt vor der Pandemie um 0,9 Prozent gewachsen, bevor es im Jahr 2020 um 8,9 Prozent einbrach.

sor