Montag, 18. Juli 2016

Versorgungskrise: Zehntausende Venezolaner kaufen Essen in Kolumbien

In dem Land mit den angeblich größten Ölreserven der Welt fehlt es am Nötigsten. Im Nachbarland Kolumbien kaufen die Venezolaner Essen, Medizin und Dinge des täglichen Bedarfs. Die Regierung hatte vorübergehend die Grenze geöffnet.

Foto: © APA/AFP

Angesichts der schweren Versorgungskrise im ölreichen Venezuela haben fast 100.000 Bürger des südamerikanischen Landes eine kurzfristige Grenzöffnung zu Einkäufen im Nachbarland Kolumbien genutzt. Die Menschen deckten sich am Wochenende mit Lebensmitteln, Medikamenten und Dingen des täglichen Bedarfs ein. Seit Samstag seien 98.000 Menschen in den Bundesstaat Norte de Santander gekommen, berichtete die Zeitung „El Tiempo“ am Sonntag.

Auf kolumbianischer Seite waren rund 1000 Polizisten im Einsatz, um für Ordnung zu sorgen. Bereits am vergangenen Wochenende waren Tausende Venezolaner zum Einkaufen nach Kolumbien gekommen.

Grenze seit einem Jahr zu

Die venezolanische Regierung hatte die Grenze vor rund einem Jahr geschlossen. Damit wollte sie den Schmuggel subventionierter Produkte aus Venezuela nach Kolumbien und das Eindringen bewaffneter Gruppen verhindern. Anfang August wollen die Außenministerinnen beider Länder über die Grenzsituation beraten.

Venezuela leidet seit Monaten unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. In den Supermärkten des südamerikanischen Landes fehlt es an Nahrungsmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs. Den Krankenhäusern gehen die Medikamente aus.

Die sozialistische Regierung von Präsident Nicolás Maduro macht für die Krise einen vom Ausland und Unternehmerkreisen angezettelten „Wirtschaftskrieg“ verantwortlich.

dpa

stol