Einmal jährlich wird das europaweite Abwasser für den Drogenbericht der EUDA (Drogenagentur der Europäischen Union) als Spiegel des Drogenkonsums analysiert. Im Jahr 2024 wurden dafür die Abwässer von 131 Städten und Regionen untersucht, darunter vier Kläranlagen in Italien, unter anderem auch Bozen. <h3> Bozen bei Kokain, Cannabis und Amphetaminen auf Platz drei</h3>Bei den Kokainrückständen wurden in Bozen 415,08 mg pro Tag je 1.000 Einwohner gemessen. Das entspricht einem leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (447,42 mg). Damit liegt die Landeshauptstadt hinter Bologna (531,55 mg) und Rom (478,61 mg), aber noch vor Mailand (402,39 mg). <BR /><BR />Beim Konsum von Cannabis belegt Bozen mit 52,72 mg pro 1.000 Einwohner ebenfalls den dritten Platz. <BR /><BR />Leicht gestiegen sind die Rückstände von Amphetaminen, die mit 2,75 mg pro 1.000 Einwohner über dem Wert von 2023 (2,56 mg) liegen. Auch hier landet Bozen hinter Mailand und Bologna auf Platz drei. <BR /><BR />Den vierten Platz nimmt Bozen hingegen bei Methamphetamin ein: 1,06 mg pro 1.000 Einwohner wurden 2024 gemessen.<BR /><BR />Besonders auffällig ist der stetig steigende Rückstand von MDMA, der mit 7,68 mg pro 1.000 Einwohner im Jahr 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Im Vergleich zu Nordtirol scheint der Pro-Kopf-Konsum der untersuchten Suchtmittel in Südtirol niedriger zu sein. Bis auf Kokain war in Bozen der Pro-Kopf-Verbrauch der untersuchten Substanzen geringer als in Innsbruck.<h3> Drei Fragen an Dr. Bettina Meraner</h3><div class="img-embed"><embed id="1289979_image" /></div> <BR /><BR /><b>Die Ereignisse in Innsbruck machen sprachlos. Werden auch in Südtirol Drogentote immer jünger?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Dr. Bettina Meraner: Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Allerdings verändern sich die konsumierten Substanzen: Vor allem junge Menschen greifen immer häufiger auf einen Mix an Drogen zurück – gerade das macht den Konsum so gefährlich. Zudem unterscheidet sich die Drogenszene in Nord- und Südtirol deutlich.<BR /><BR /><b>Was sind die typischen Einstiegsdrogen?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Dr. Meraner: An erster Stelle steht Nikotin. Neue Konsumformen wie E-Zigaretten führen dazu, dass immer jüngere Menschen abhängig werden. Nikotin bildet zudem oft die Grundlage für den späteren Konsum anderer Suchtmittel und begünstigt Abhängigkeit.<BR /><BR /><b>Was können Eltern tun, um ihre Kinder zu schützen?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Dr. Meraner: Das Wichtigste ist, aufmerksam zu sein und nicht wegzusehen. Zeigen Jugendliche Auffälligkeiten, sollte man aktiv nachfragen und den Kontakt aufrechterhalten. Beobachten, beharren und frühzeitig Hilfe suchen sind entscheidende Schritte, um das Risiko zu minimieren.