Der Verwaltungsrat der Brennerautobahn AG hatte vor wenigen Tagen beschlossen, die Ausschreibung anzufechten, weil deren Rechtmäßigkeit gleich in mehreren Punkten fraglich sei, so die Begründung. Geht es nach der A22 AG, sind in der Ausschreibung fünf grundlegende Vorgaben unklar definiert.Laut Landeshauptmann Luis Durnwalder hat das Verwaltungsgericht im Latium die Ausschreibung zur Neuvergabe der Konzession jetzt vorerst auf Eis gelegt.Das Verwaltungsgericht wird am 2. November erneut zusammentreten und dann über die Anfechtung entscheiden. Die Brennerautobahn AG fordert die Annullierung der Ausschreibung.Für die Brennerautobahn AG ist die Entscheidung des Verwaltungsgerichts bereits ein erster Erfolg. Denn laut Ausschreibung müssen alle am Wettbewerb interessierten Unternehmen in der EU bis zum 28. Oktober 2011 bestimmte Garantieleistungen hinterlegen. Dieser Termin ist mit der Entscheidung des Verwaltungsgerichts bereits hinfällig.Land will Neuformulierung der WettbewerbsbedingungenDie Konzession für die Brennerautobahn läuft Ende 2013 aus und soll – geht es nach dem Wunsch der Regierung – von der ANAS für eine Dauer von 50 Jahren vergeben werden. An der Ausschreibung können sich Unternehmen aus der gesamten EU beteiligen.Die Landeshauptleute Luis Durnwalder und Lorenzo Dellai als Vertreter der Hauptaktionäre der Brennerautobahn AG hatten beschlossen, die Ausschreibung anzufechten. Südtirol und das Trentino wollen sich die Autobahnkonzession über eine In-House-Gesellschaft sichern, was die Regierung Berlusconi aber abgelehnt hat. Laut Dellai hätte Brüssel keine Einwände.Bozen und Trient arbeiten aber nicht nur auf präzisere Vorgaben, sondern auf eine Neuformulierung der Wettbewerbsbedingungen der Ausschreibung hin. Würde die Querfinanzierung für den Brennerbasistunnel höher als in der derzeitigen Ausschreibung bewertet und wären Umweltpläne vorgesehen, würden die Chancen der A22 steigen, da gewinnorientierte Autobahnbetreiber weder an einer Querfinanzierung des BBT noch an teuren Umweltplänen interessiert sind, während die Brennerautobahn AG bis zum Auslaufen der Konzession ca. 550 Millionen Euro für den BBT zur Verfügung hat.stol