Dies trifft nur auf Elisabeth Tinkhauser zu. Die zweite Richterin wird vom Staat ernannt. Beste Karten werden Eleonora Maines nachgesagt, die für Mitte-Rechts bereits in der Zwölferkommission saß.<BR /><BR />Gestern um 8.30 Uhr marschierten im Landtag die ersten vier Kandidaten auf, heute folgen weitere drei: Sieben Bewerber wurden von einer hochrangigen Kommission als geeignet eingestuft, die Nachfolge von Margit Falk-Ebner am Verwaltungsgericht anzutreten: Birgit Fischer (Zivilrichterin), Raimund Bauer (Anwaltschaft INPS), Walter Menghin (Staatsadvokatur Trient), Jutta Segna und Georg Windegger aus der Anwaltschaft des Landes sowie die Freiberufler Manfred Natzler und Elisabeth Tinkhauser aus der Kanzlei „Baur und Partner“.<BR /><BR /> In der Vergangenheit wurde stets auf die Ausgewogenheit des Richterkollegiums geachtet. Vieles spricht dafür, dass auf Falk-Ebner wieder eine Frau folgt. Und zwar eine, die aus dem Freiberuf stammt, wie Ebner vor ihrer Tätigkeit am Verwaltungsgericht. Diese zwei Kriterien treffen nur auf Elisabeth Tinkhauser zu, während Segna es nicht leicht haben dürfte, weil bereits zwei Richter am Verwaltungsgericht aus der Anwaltschaft des Landes kamen.<BR /><BR />In der SVP gibt man sich aus gutem Grund bedeckt. Über die Nachfolge in der Gerstburg entscheidet nicht der gesamte Landtag, sondern nur die deutschen Abgeordneten. Dort ist die Mehrheit mit 13 Mandataren (12 SVP, Ulli Mair) aber in der Minderheit. „Wir brauchen zwei weitere Stimmen aus der Opposition“, so Harald Stauder. Die Opposition stellt 15 deutsche Abgeordnete, könnte also „ihre/n Kandidat/in“ durchwählen. Allerdings nur, wenn sie geschlossen ist.<h3> Colli und Widmann Zünglein an der Waage</h3>Zünglein an der Waage könnten wie so oft Andreas Colli und Thomas Widmann sein. Letzterer hat sich bereits festgelegt. „Ich bin für eine Nachbesetzung aus dem Freiberuf“, so Widmann. Es brauche Richter, die in „beiden Welten“ zu Hause sind und nicht alles aus der Sicht der Verwaltung sehen. Auch in der SVP liebäugle man mit Tinkhauser. „Und ich ziehe da mit. Dass es sich um eine Frau handelt, ist ein Argument mehr“, so Widmann. Auch Colli ist eher für eine Nachbesetzung aus dem Freiberuf. „Das bringt die Sicht des Bürgers ein“, meint Colli.<BR /><BR />Vor der Wahl wird es sicher zu Verhandlungen kommen. „Wir werden auf die Ausgewogenheit des Gremiums achten und darüber diskutieren, welche Kriterien man für die Auswahl anwenden könnte. Die fachliche Kompetenz aller steht ja schon fest“, so Landeshauptmann Arno Kompatscher.<BR /><BR />Wer am Verwaltungsgericht in die Fußstapfen von Lorenza Pantozzi-Lerjefors tritt, entscheidet hingegen der Staat, sprich das Ministerratspräsidium. Über zehn Bewerber der italienischen Sprachgruppe soll es geben. Als Favoritin gilt Eleonora Maines, die Mitte-Rechts bereits als Vertreterin in die Sechser- und Zwölferkommission entsandt hat. Fix ist da aber noch gar nichts. „Noch ist nichts offiziell und fix. Die Ernennung ist erst in einigen Wochen zu erwarten“, meint der Koordinator der Fratelli d’Italia und Präsident der Sechserkommission, Alessandro Urzì.