Die Posse auf Sochers, wo der Liftbetreiber Funivie Saslong AG angeblich aus Sicherheitsgründen die Skifahrer zu einem Umweg über einen nur indirekt Richtung Ciampinoi führenden Lift zwingt, ist nicht die einzige Angelegenheit, in der die Gemeinde Wolkenstein einigermaßen ratlos dasteht. Auch ständig wechselnde Pläne für einen Lift-Neubau machen staunen.<BR /><BR />„Die Funivie Saslong AG muss die Kabinenbahn vom Tal hinauf neu bauen, weil diese schon in die Jahre gekommen ist“, schildert der Wolkensteiner Bürgermeister Roland Demetz. Dazu sollte die Trasse über Grundstücke der Gemeinde verlegt werden. <BR /><BR />Das Unternehmen wollte die Mittelstation dort errichten, wo das Hotel „Sochers“ steht, und dann die Aufstiegsanlage bergwärts weiterführen. Diese Anlage sollte nicht zur Spitze von Ciampinoi hinaufführen, sondern westlich davon, wo sich früher der Sessellift Bruno bestand. <BR /><BR />In dem Gebiet gibt es bereits 2 Lifte: Den 6-er-Sessellift Nr. 18, der von Sochers zum Ciampinoi-Gipfel hinaufführt, und westlich davon den 4-er-Sessellift Sochers (Nr. 19). „In der Mitte bräuchte es eigentlich nichts Neues“, sagt Bürgermeister Demetz. Er habe mit Claudio Riffeser, dem Präsidenten der Funivie Saslong AG gesprochen und ihm zugesichert, dass die Gemeinde die Verfügbarkeit des Grundes zusichern werde. <h3> Knackpunkt Vereinbarung zur Verfügung über Piste</h3>Aber Riffeser müsse mit der Gemeinde eine mindestens 10 Jahre gültige Vereinbarung abschließen, damit für die Abhaltung der Weltcuprennen auf der Saslong-Piste, die über Grund des Seilbahnunternehmens verläuft, Rechtssicherheit herrscht, zumal das Zielstadion auf Ruacia erneuert werden muss. Wichtig ist diese Vereinbarung auch im Hinblick auf die angestrebte Austragung der alpinen Ski-WM 2029. <BR /><BR />„Der Gemeinderat hat einen entsprechenden Beschluss gefasst“, schildert Bürgermeister Demetz, „er begrüßt den Bau der Aufstiegsanlage und die Investition. Aber auch er stellte die Forderung, eine Vereinbarung abzuschließen, damit nicht – wie schon geschehen – erst kurz vor den Rennen die Einwilligung erteilt wird, Schnee zu machen und die Piste herzurichten.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="849446_image" /></div> <BR /><BR />Daraufhin habe Riffeser das ganze Projekt zurückgezogen. Dann habe er ein neues Vorhaben eingereicht: Einen 380 Meter langen 8-er-Sessellift, der aber von Sochers nur bis in die Mulde unter dem Ciampinoi-Kamm reicht. Vor 2 Wochen sei das Vorhaben in der großen Baukommission auf Talebene besprochen worden, schildert Demetz. Techniker und Geologen hätten gefragt, ob das wirklich sein müsse, weil der Eingriff groß wäre. Die ganze Kommission will sich das Vorhaben Ende Jänner an Ort und Stelle anschauen. <BR /><BR />Mittlerweile scheint aber schon wieder alles anders zu sein. Bürgermeister Demetz hat letzte Woche mit Rifesser gesprochen über die äußerst umstrittene <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/riesenaerger-bei-skifahrern-warum-ein-sessellift-knallhart-abgesperrt-wird" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Sperre des direkten Zugangs zum Sessellift Sochers–Ciampinoi</a>, welche die Liftgesellschaft mit Sicherheitsbedenken begründet, obwohl die Skifahrer nun an anderer Stelle gleich 2 Mal die Abfahrtspiste queren müssen. <h3> Sperre vor Lift soll bleiben</h3>Riffeser habe mitgeteilt, dass er den kleinen Lift in die Ciampinoi-Mulde wieder zurückziehe und erneut auf die zuerst eingereichte, längere Variante an der Stelle des früheren Sessellifts Bruno setzen wolle. Er wolle auch die geforderte Vereinbarung mit der Gemeinde abschließen als Rechtsgrundlage für die Abhaltung der Weltcuprennen, habe Riffeser zugesagt.<BR /><BR /> Nicht ablassen will Rifesser laut Bürgermeister von der Sperre. Die Funivie Saslong AG sei der Meinung, dass der direkte Zugang zum Sessellift Sochers-Ciampinoi aus Sicherheitsgründen untersagt bleiben müsse. Dagegen könne man nichts tun, denn die Netze entsprächen den Normen. „Man kann sicher diskutieren, ob diese Lösung nicht gefährlicher ist als die vorherige“, sagt Bürgermeister Demetz. <BR /><BR /> Dass das Ganze angesichts des notwendigen täglichen Einsatzes einer ganzen Handvoll Sicherheitsleute wirtschaftlich sei, bezweifelt der Wolkensteiner Bürgermeister. Die Security brauche es, weil sonst die Skifahrer das Netz niederrennen würden; das sei jedenfalls am Feiertag St. Ambrosius am 7. Dezember so geschehen.<BR />