In der Nacht auf Sonntag wurde im Mignone-Park ein Wachmann angegriffen und niedergeschlagen, als er um Mitternacht die Tore des Parks schließen wollte. Einige Personen, die noch in der Grünanlage waren, sollen sich zuvor geweigert haben, den Park zu verlassen. Als die Carabinieri, die von Anrainern verständigt worden waren, vor Ort eintrafen, flüchteten die Angreifer, die später aber identifiziert werden konnten. Der verletzte Wachmann musste ins Krankenhaus gebracht werden. <BR /><BR />Zu einem zweiten Vorfall ist es am Sonntag gegen 12.30 Uhr in der Mailand-Straße gekommen. Ein Mann stieß eine Rentnerin zu Boden, entriss ihr die Handtasche und flüchtete. Einige Passanten halfen der Frau und verständigten die Rettungskräfte, die sich um die leicht verletzte Rentnerin kümmerten. Die Polizei ermittelt. <BR /><BR />Angesichts der Gewaltakte der vergangenen Tage fordert Bürgermeister Corrarati als Chef der Mitte-rechts- und SVP-Koalition einmal mehr von der von Giorgia Meloni (Fratelli d'Italia) geführten Mitte-rechts-Regierung in Rom die Einrichtung eines Abschiebe-Zentrums in Bozen. <BR /><BR />Landeshauptmann Arno Kompatscher setzt sich seit langem für eine solche Einrichtung ein. In Trient ist man schon einen Schritt weiter. Dort soll ein „Centro di permanenza per il rimpatrio“ (CPR) mit Beginn des Jahres 2027 in Betrieb gehen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1321884_image" /></div> <BR /><BR />„Die Regierung Meloni hat sich klar dafür ausgesprochen, in jeder Region ein Rückführungszentrum einzurichten. Deshalb hatten sich die beiden Landeshauptleute von Südtirol und dem Trentino darauf verständigt, ein solches Zentrum in Trient zu errichten“, erklärte <b>Marco Galateo</b> (im Bild), Chef von Fratelli d’Italia in Südtirol, gestern gegenüber diesem Medium.<BR /><BR />Auf die Frage, ob der von den Mitte-rechts-Parteien im Gemeinderatswahlkampf propagierte direkte Draht zwischen Bozen und Rom funktioniere und ob er sich auf Ministerebene für das von Corrarati geforderte Zentrum in Bozen eingesetzt habe, antwortete Galateo: „Ja, Fratelli d'Italia verfügt innerhalb der Partei über verschiedene Ebenen, auf denen politische Positionen eingebracht und weitergetragen werden können. Wir haben dies über den Stadtrat getan. Der Bürgermeister hat das Land aufgefordert, aktiv zu werden und die Verfahren zu beschleunigen.“<BR /><BR />Man müsse zwischen den verschiedenen Ebenen der Kommunikation unterscheiden. Eine Sache sei die politische Kommunikation im Wahlkampf und die Ausarbeitung eines Regierungsprogramms. „Etwas anderes sind Verwaltungsakte, die vom Land und nicht von den Parteien gesetzt werden. Das Land muss gemeinsam mit dem Trentino einen Antrag an das Ministerium richten. Das sind unterschiedliche Ebenen. Die eine funktioniert nicht ohne die andere. Jetzt geht es darum, dass das Land den administrativen Teil gegenüber dem Ministerium vorantreibt“, so der Vize-Landeshauptmann. Eine Forderung müsse auch formell gestellt werden.<BR /><BR />Ob Landeshauptmann Kompatscher bereits ein Abschiebe-Zentrum für Bozen beantragt habe, wisse er nicht. „In dieser Legislaturperiode ist ein solcher Antrag jedenfalls nicht gestellt worden. Möglicherweise geschah dies in der vorherigen Legislaturperiode. Ob und welche Antworten vom Ministerium eingegangen sind, ist mir nicht bekannt. (…) Derzeit gibt es jedenfalls keine Verwaltungsakte, die die Eröffnung eines solchen Zentrums vorsehen.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1321887_image" /></div> <BR /><BR />Auch <b>Paolo Zenorini</b> (im Bild), Lega-Chef in Südtirol, fordert von der von der Lega unterstützten Mitte-rechts-Regierung in Rom die Errichtung eines Abschiebe-Zentrums in Bozen. „Aktuell müssen die Ordnungskräfte einen erheblichen Aufwand betreiben, um ausgewiesene Personen in eine weit entfernte Einrichtung zu bringen“, betonte Zenorini gestern gegenüber diesem Medium. <BR /><BR />Konkrete Gespräche mit dem Innenministerium gebe es bereits seit mehreren Monaten, nun müsse man zu konkreten Schritten übergehen. „In Trient hat Landeshauptmann Fugatti erklärt, dass das Abschiebe-Zentrum Priorität hat. Deshalb wird die Struktur in Trient nun errichtet. Jetzt muss auch Südtirol entscheiden, dass eine solche Struktur Priorität hat, dann bewegen sich die Dinge“, forderte Zenorini. „Ich beschuldige niemanden, ich möchte die Aufmerksamkeit für das Thema erhöhen. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man handeln muss“, so der Lega-Vorsitzende in Südtirol.