Dienstag, 12. November 2019

Südtirolerin in Australien: „Feuerwehrleute sind die Helden der Nation“

In Australien haben sich die verheerendsten Buschbrände seit Jahren auf eine Fläche größer als Zypern ausgebreitet. Eine Südtirolerin, die in Sydney lebt, schildert gegenüber STOL die Lage vor Ort.

Risikostufe „katastrophale Feuergefahr“ wurde ausgerufen.
Risikostufe „katastrophale Feuergefahr“ wurde ausgerufen. - Foto: © APA (AFP) / PETER PARKS

Etwa 10.000 Quadratkilometer Land stehen nach Behördenangaben inzwischen allein im südöstlichen Bundesstaat New South Wales in Flammen. Am Dienstag blieben in Australiens bevölkerungsreichstem Bundesstaat und dessen Hauptstadt Sydney mehr als 600 Schulen geschlossen.

Erstmals rief die Feuerwehrbehörde die Risikostufe „katastrophale Feuergefahr“ aus - dies galt auch für Vororte sowie einige weiter im Inneren gelegene Wohngebiete des Großraums Sydney.

Derweil hat der Rauch von Feuern im Norden die Stadt erreicht. Dienstagfrüh senkte sich ein Dunstschleier über die 5-Millionen-Einwohner-Metropole.


Feuerwehren sind Helden der Nation

„Die Bewohner hier sind Buschfeuer gewohnt, da sie relativ oft vorkommen. Die Feuerwehr in Australien ist sehr gut organisiert. Die Feuerwehrleute sind in diesen Tagen die Helden der Nation“, berichtet die Südtirolerin Christine Bozzetta, die in Sydney lebt, gegenüber STOL. „Die Feuerwehr rät den Menschen, die in der Nähe eines Feuers leben, die Häuser zu verlassen. Viele benässen die Dächer der Häuser und auch deren Umfeld, um ein Übergreifen des Feuers auf die Gebäude zu erschweren. Zur Zeit wüten über 60 Buschfeuer in ganz Australien, davon sind 36 noch immer außer Kontrolle“.

New South Wales' Regierungschefin Gladys Berejiklian erneuerte ihre Aufforderung an die Bevölkerung, sich in Sicherheit zu bringen. Die Einsatzkräfte rückten mit mehr als 3.000 Feuerwehrleuten, Hunderten Löschfahrzeugen und 80 Flugzeugen gegen die Flammen aus.

Eukalyptusbäume explodieren

„Die Situation wird sich in den nächsten Tagen leider verschlimmern“, berichtet Bozzetta, „heute (Dienstag, Anm.d.Red.) hatten wir in Sydney 39 Grad und am Nachmittag wehte ein sehr starker Wind,der die Situation nochmal verschärft“. Wie Bozzetta weiter berichtet, sind bereits „350 Koalas in den Buschfeuern getötet worden. Wegen des Öls, das die Eukalyptusbäume enthalten, explodieren die Bäume regelrecht“.

In Australien ist Frühling, in New South Wales steigen die Temperaturen aber mitunter schon auf 30 Grad. Schon länger leidet Australien und besonders sein südöstlicher Bundesstaat unter Dürre, die zu Wasserknappheit und ausgedörrten Landschaften geführt hat. Laut einem Bericht von Australiens Meteorologiebehörde aus dem Jahr 2018 tragen die mit dem Klimawandel einhergehenden steigenden Temperaturen dazu bei, die jeweilige Buschbrand-Saison zu verlängern.

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zor/apa