Das Gespräch dauerte etwas mehr als eine halbe Stunde. Zu dem Anlass trug Nathan Trevallion einen Anzug mit Krawatte, wie es bei Senatsbesuchen vorgesehen ist. Birmingham erschien mit einem langen weißen Rock und einem Korb in der Hand. <BR /><BR />La Russa erklärte im Anschluss, er habe weder die Absicht noch die Befugnis, Entscheidungen der Justiz infrage zu stellen oder den Lebensstil des Paares zu rechtfertigen. Zugleich äußerte er die Hoffnung, mit seiner „moralischen Einflussnahme“ dazu beitragen zu können, dass „alle Seiten ihre Starrheit überwinden“, um eine Lösung zu finden, die die Wiedervereinigung der Familie begünstige.<BR /><BR /> <video-jw video-id="Gj74NIgl"></video-jw> <BR /><BR />Birmingham zeigte sich dankbar für das Gespräch und betonte, es sei wichtig, dass die Institutionen den Betroffenen Gehör schenken. Während einer vor Journalisten verlesenen Erklärung, die sie auf Englisch vortrug und die anschließend übersetzt wurde, brach sie mehrfach in Tränen aus. „Wir wollen wieder eine Familie sein“, sagte sie. Gemeinsam mit ihrem Mann sei sie nach Rom gekommen, um vor Senatspräsidenten Larussa „die eigene Wahrheit darzulegen“ und die Bereitschaft zu bekräftigen, verantwortungsvolle, respektvolle und liebevolle Eltern zu sein. Man habe sich entschieden, „eine Hand auszustrecken“ und darum zu bitten, gehört zu werden.<BR /><BR />Zugleich wies Birmingham Vorwürfe der Starrheit zurück und betonte, die Familie habe stets die Gesetze und die Verfassung respektiert. „Wir haben unseren Kindern nie Schaden zugefügt, ihnen nichts vorenthalten und weder unseren Nachbarn noch der Gemeinde oder der Umwelt geschadet“, sagte sie. Man habe sich immer an Regeln gehalten und den Kindern weder Hass noch Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen vermittelt.<h3> „Haben Italien bewusst gewählt“</h3>Das Paar habe Italien bewusst als Heimatort gewählt, weil es dort Werte wie Familie, Zusammenhalt und ein friedliches Leben verwirklichen wollte. „Wir wollten unsere Kinder in einem Umfeld großziehen, das von Liebe, Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung geprägt ist“, sagte Birmingham.<BR /><BR />Das Jugendgericht von L'Aquila hatte vor einem Monat beschlossen, dass die Mutter das betreute Wohnheim verlassen muss, in dem sie bisher untergebracht war. Das Gericht begründete die Entscheidung mit Problemen bei der Einhaltung interner Regeln und organisatorischer Vorgaben der Einrichtung. Zudem habe es immer wieder Spannungen zwischen Mitarbeitern des Wohnheims und der Mutter gegeben. Kritisch gesehen würden insbesondere ihre ausgeprägten umweltbezogenen Überzeugungen. Die Mutter musste inzwischen das Wohnheim verlassen, was erneut für heftige Diskussionen sorgte. Die Mutter kann mit ihren drei Kindern am Telefon sprechen. Die Kinder erhalten regelmäßig Besuche vom Vater.