Ein Werbevideo der Bauernjugend Vöran, in dem ein Schauprozess mit verschiedenen Strafdelikten dargestellt wird, sorgte für Aufsehen in den sozialen Medien. Das Video wurde erstellt, um auf den Ball der Bauernjugend Vöran aufmerksam zu machen. „In den sozialen Medien wird es so dargestellt, als ob die Südtiroler Bauernjugend, insbesondere die Ortsgruppe Vöran, sexuelle Gewalt verherrlichen würde. Das war niemals die Absicht der Ortsgruppe Vöran“, heißt es in einer Presseaussendung der Südtiroler Bauernjugend.<BR /><BR />„Wir wollten weder zu sexuellen Straftaten aufrufen, diese verherrlichen, noch vermitteln, dass solche Taten von uns toleriert werden“, erklärt Verena Reiterer von der Bauernjugend Vöran, die auch in dem Video zu sehen war. „Wir sind bekannt für unsere aufwändig produzierten Videos, die als Werbung für unseren Ball dienen“, führt sie weiter aus.<h3> Werbevideo sorgt für große Entrüstung</h3>Im Video wurde eine fiktive Gerichtsverhandlung nachgespielt, in der sich mehrere männliche Angeklagte wegen sexueller Belästigung und Alkoholexzessen verantworten mussten. Die Verhandlung endete mit einem Freispruch, was in der Öffentlichkeit auf große Entrüstung stößt. Kritiker werfen dem Video vor, sexualisierte Gewalt gegen Frauen zu verharmlosen.<h3> Oberhammer fordert eine öffentliche Entschuldigung</h3>Ulrike Oberhammer, Präsidentin des Landesbeirats für Chancengleichheit, prangerte das Video an. „Sexuelle Gewalt und Alkoholexzesse werden in der Gerichtsverhandlung als cool dargestellt“, schreibt sie auf Facebook. Die Verharmlosung von Gewalt gegen Frauen und übermäßigem Alkoholkonsum stehe im Widerspruch zu den Werten der Bauernjugend. Der Landesbeirat für Chancengleichheit hatte die sofortige Entfernung des Videos aus den sozialen Medien sowie eine öffentliche Entschuldigung der verantwortlichen Ortsgruppe gefordert.<h3> Foppa: „Unwitzig, sexistisch und schlimm“</h3>Brigitte Foppa äußerte sich ebenfalls kritisch und betont: „Beim Ball darf man ,saufen’ und beim Ball darf man Minderjährige ,betatschen’. Ein roter Spitzenslip trieft vor Nässe und stinkt. Was vielleicht lustig gedacht ist, geht voll daneben. Mit der Verharmlosung von sexueller Belästigung und Gewalt wird der Ball beworben. Das ist unwitzig, sexistisch und schlimm. Sexuelle Übergriffe, sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung beginnen oft mit einem Augenzwinkern der Gesellschaft gegenüber diesen Straftaten. Wären sie nicht so geduldet, würden sie öfter angezeigt und vielleicht auch seltener vorkommen“, schrieb die Landtagsabgeordnete in den sozialen Medien.<h3> „So etwas wird uns sicher nicht mehr passieren!“</h3>Markus Alber, Ortsobmann der Bauernjugend Vöran, betont: „Dass wir mit dem Video in diesem Jahr zu weit gegangen sind, haben wir nach den zahlreichen Rückmeldungen in den sozialen Medien und vielen Gesprächen verstanden. Dafür entschuldigen wir uns aufrichtig. So etwas wird uns sicher nicht mehr passieren!“ Das Video wurde gelöscht. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1090332_image" /></div> <h3> Kinder- und Jugendanwältin in Vöran</h3>Die Südtiroler Bauernjugend Ortsgruppe Vöran zeigt Einsicht und plant entsprechende Maßnahmen. Der Ortsausschuss hat bereits am Montag begonnen, das sensible Thema zusammen mit der Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller zu reflektieren und aufzuarbeiten. Zudem wird die Ortsgruppe Vöran an einer externen Schulung zum Thema Gewaltprävention und sexualisierte Gewalt teilnehmen, deren Vorbereitungen bereits im Gange sind.<BR /><BR />Abschließend möchte sich der Ortsausschuss erkenntlich zeigen, indem ein Teil der alljährlichen Spenden an eine Organisation gespendet wird, die sich für Schutz in Gewaltsituationen einsetzt.