Samstag, 15. Januar 2022

Videos sollen Frauen schwer belasten

Die 5 Frauen aus dem Tauferer Ahrntal, die verdächtigt werden, 2 Kinder psychisch misshandelt zu haben, bleiben hinter Gittern. Das Freiheitsgericht (Vorsitz Richter Stefan Tappeiner) hat den Enthaftungsantrag der Verteidigung gestern zurückgewiesen.

Die Staatsanwaltschaft hatte bei der Verhandlung vor dem Freiheitsgericht eine potenzielle Tatwiederholungsgefahr geltend gemacht.
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Die Staatsanwaltschaft hatte bei der Verhandlung vor dem Freiheitsgericht eine potenzielle Tatwiederholungsgefahr geltend gemacht. - Foto: © Erika Gamper
Die Begründung für die richterliche Entscheidung wird in maximal 30 Tagen vorliegen. Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft bei der Verhandlung vor dem Freiheitsgericht eine potenzielle Tatwiederholungsgefahr geltend gemacht.

Der Verteidiger der Frauen, Mark Antonio De Giuseppe, hatte diese hingegen bestritten. Die beiden Kinder, die zum stundenlangen nächtlichen Beten gezwungen worden sein sollen, befänden sich in Obhut der Sozialdienste. De Giuseppe hatte argumentiert, dass die Sicherungsmaßnahme im Gefängnis somit durchaus durch ein Kontaktverbot oder durch Hausarrest ersetzt werden könnte.

Das Gericht sah das offenbar aber nicht so. Es ist anzunehmen, dass der Richtersenat zum Schluss gekommen sein dürfte, dass sich am Vorbeugebedarf bis dato nichts geändert hat. Die Frauen bleiben in Spini di Gardolo. Die Verfahrenskosten gehen zu ihren Lasten.

Die Videoaufnahmen, die die Ermittler rund einen Monat lang gemacht haben, sollen etliches belastendes Material darüber enthalten, wie mit den Kindern umgegangen worden sei. Auch liegen den Ermittlern Telefonabhörungen vor, die die Verdachtsmomente gegen die Frauen stützen sollen.

Da 4 von ihnen bisher keine Aussage gemacht haben – nur eine hat im Verhör ihre Unschuld beteuert, sonst aber nicht näher zu den Vorhaltungen Stellung genommen – ist nicht auszuschließen, dass die Ermittler auch Beweisverdunklungsgefahr befürchten, sollten die Frauen auf freien Fuß gesetzt werden. Seit sie vor Weihnachten verhaftet und ins Frauengefängnis gebracht wurden, hatten sie nicht die Möglichkeit, sich länger auszutauschen. Und so bleibt es vorerst auch.

rc