Die Vorfälle gemeldet hatte der Tierschutzverein Oberpustertal, nachdem dieser von Privaten darauf aufmerksam gemacht worden war.<BR /><BR /> Zunächst war Weidevieh beobachtet worden, das seit etlichen Tagen auf einer stark abgegrasten Wiese gehalten wurde und so gut wie kein Futter mehr fand. Ein zweites Mal wurde der Tierschutzverein aktiv, weil nach den jüngsten Schneefällen mehrere Meldungen bei ihm eingegangen waren, dass sich noch Vieh auf tief verschneiten Weideflächen befinde.<BR /><BR />Uwe Holzmann, der Koordinator des Tierärztlichen Dienstes bestätigt die Vorfälle. „Wir haben die Meldungen erhalten und uns mit den betreffenden Landwirten in Verbindung gesetzt.“ Diese hätten daraufhin die Tiere in ihre Ställe geholt.<BR /><BR />Fehlendes Futter sei natürlich nie zu entschuldigen, sagt Holzmann. Was aber die Tiere auf schneebedeckten Weiden angehe, sei das gewiss nicht schön anzuschauen, es stelle für gesundes Vieh aber meist kein Problem dar. „Es ist nämlich oft zu beobachten, dass Kühe bei Regen oder auch Schneefall keinen Unterstand aufsuchen.“ Das hänge mit den Gärungsprozessen in ihrem Pansen zusammen. Dabei werde Wärme erzeugt, die das Vieh wie über einen inneren Heizkörper warm halte und vor Verkühlungen schütze.<BR /><BR /><embed id="dtext86-62151370_quote" /><BR /><BR />Kleinreden will Holzmann die Vorfälle insgesamt jedoch nicht. „Im Verhältnis zur Anzahl der Nutztiere im Tal haben wir es aber immer mit Einzelfällen zu tun.“ Besonders im Herbst sei es für Bauern oft eine Gratwanderung, wirbt er um Verständnis. „Jeder Tag, den die Tiere draußen im Freien auf der Weide verbringen können, erspart dem Landwirt nicht nur Arbeit, es ist auch ein wichtiger Beitrag für das Tierwohl insgesamt“, erklärt er. <BR /><BR />Denn jede Stunde, den das Vieh nicht im Stall verbringen und dort möglicherweise sogar angebunden stehen muss, sei ein Gewinn für das einzelne Tier. „Wird im Herbst nämlich das Vieh einmal eingestallt, dann bleibt es dort den ganzen Winter über.“ Die Tiere mehrmals auf- und abzutreiben, sei für viele Bauern aus zeitlichen Gründen einfach nicht drin.<BR /><BR />Die Situation insgesamt bewertet der Tierärztliche Koordinator als gut. „Dazu tragen auch die vielen Kontrollen in den landwirtschaftlichen Betrieben bei.“ Es sei nämlich im Interesse der Bauern, die Tiere gut zu halten. „Nur so erzeugen sie auch gute Produkte.“ Andernfalls gebe es sofort empfindliche Strafen, wenn etwa die Milchqualität nicht passt. „Die Kontrollen wirken sich also direkt auf das Einkommen und auch auf die Beitragsvergabe insgesamt aus.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-62151371_quote" /><BR /><BR />In den vergangenen Jahren habe es jedenfalls im Pustertal nur „geringgradige Verletzungen“ in Sachen Tierwohl gegeben, erklärt Holzmann. Nichtsdestotrotz werde jede Meldung, die eingeht, ernst genommen und umgehend das Gespräch mit den betroffenen Landwirten gesucht.