Das Handy läutet, am anderen Ende der Leitung stellt sich eine Person als Vertreter der Aufsichtsbehörde oder eines Verbraucherschutzzentrums oder gar des Ministeriums vor und behauptet, man müsse den Stromanbieter wechseln. <BR /><BR />Mit der Begründung, dass der geschützte Markt abgeschafft wird. Oder weil man bisher einen überteuerten Tarif gezahlt habe. Oder es wird behauptet, dass eine Strafe fällig wird, wenn man nicht wechselt. „Oder es wird damit gedroht, dass die Lieferung unterbrochen wird, wenn man nicht wechselt, was ein totaler Schmarrn ist“, sagt Gunde Bauhofer, Geschäftsführerin von der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS). <BR /><BR /><b>Verbraucher können in aller Ruhe abwarten</b><BR /><BR />Es gibt also eine Reihe von Maschen, welche obskure Anrufer dazu benutzen, nichtsahnende bzw. überrumpelte Verbraucher über den Tisch zu ziehen. Denn Bauhofer sagt klipp und klar: „Es wird nicht gestraft, es wird ganz sicher keine Strom- oder Gaslieferung unterbrochen und ohnehin ist die Frist für den geschützten Strommarkt bis 30. Juni 2024 verlängert worden. Bis dahin können sich die Verbraucher in aller Ruhe einen Anbieter auswählen, und auch wenn man diese Frist verstreichen lässt, kann man danach alles nachholen.“ Und überhaupt sind 3 Kategorien von diesem Wechsel von vornherein ausgeschlossen: Personen über 75 Jahre, die Empfänger des staatlichen Strom- oder Gasbonus sowie Empfänger einer Leistung gemäß Gesetz Nr. 104 für Menschen mit Beeinträchtigungen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1008287_image" /></div> <BR />Das Allerschlimmste, das laut Bauhofer nach derzeitigem Stand passieren könne: Die Stromrechnung fällt für einen oder für ein paar Monate etwas höher aus. In der Tat handle es sich bei diesen aggressiven Geschäftsanbahnungen per Telefon um ein hochaktuelles leidiges Phänomen, das auch die Verbraucherzentrale ordentlich auf Trab hält. „Allein in der vergangenen Woche hatten wir zu diesem Thema rund 40 Anrufe entgegengenommen, teilweise von aufmerksamen Betroffenen, die auf diese Praxis hinweisen wollen – aber das ist nur die Spitze des Eisbergs“, skizziert Bauhofer die Dimensionen. <BR /><BR /><b>Aggressive Praktiken kommen in der Regel von Subunternehmen</b><BR /><BR />Das ganze Übel sei darauf zurückzuführen, dass mehrere im Staatsgebiet tätige Energieanbieter das Telefongeschäft an Subunternehmen (Bauhofer spricht dabei von „Agenturen auf Sub-, Sub-, Subbasis“) auslagern, die mit unlauteren Methoden Verträge anbahnen. „Der eigentliche Abschluss mag auf Band vernünftig klingen, das ganze Vorgespräch mit den fadenscheinigen Behauptungen dagegen wird nicht aufgezeichnet“, weiß Bauhofer. <BR /><BR />Die Verbraucherschützerin Bauhofer ist jedenfalls überzeugt, dass man lieber die Finger lassen sollte von telefonischen Vertragsabschlüssen, wenn es um Strom und Gas geht. Viele Leute, vor allem gutgläubige Senioren, würden so übers Ohr gehauen. Und so rät sie dazu, sich erst gar nicht in derartige Gespräche verwickeln zu lassen oder sich in das Verzeichnis für Einsprüche eintragen zu lassen (RPO – „Registro delle opposizioni“). Somit sperre man gewisse Nummern für Werbeanrufe, obwohl auch das „nur bis zu einem gewissen Punkt funktioniert“.<BR />