15.611 Menschen im Land waren im Vorjahr als pflegebedürftig eingestuft. Für 5000 bis 7000 Südtiroler muss jährlich überprüft werden, in welche Pflegestufe sie eingestuft werden. Durch die Corona-Pandemie und fehlende Einstufungsteams – statt der vorgesehenen 25 sind nur deren 17 im Einsatz – hatten sich Wartezeiten auf die Einstufung von 7 bis 8 Monaten angehäuft. <BR /><BR />Nun scheint sich die Situation entspannt zu haben. Wie Soziallandesrätin Waltraud Deeg auf Anfrage von Maria Elisabeth Rieder (Team K) wissen lässt, konnten die Wartezeiten inzwischen auf 3 bis 4 Monate reduziert werden.<BR /><BR />Gelungen ist das vor allem durch eine Umstellung bei der Einstufung. „Offene Gesuche um eine Erst- oder Neueinstufung werden jetzt von Amts wegen automatisch in die erste bzw. in die nächsthöhere Pflegestufe eingestuft“, erklärt Ressortdirektor Luca Critelli. Zudem kommen die Krankenpflegerinnen nicht mehr automatisch zu den Betroffenen nach Hause, um die Einstufung vorzunehmen. Nunmehr müssen sich die Betroffenen zum Termin, an dem sie zur Einstufung einbestellt werden, an eine zentrale Stelle begeben. In Bozen, Meran, Bruneck, Naturns, Neumarkt, Kardaun und Sterzing wird laut Deeg bereits zentral eingestuft.<h3> Suche nach Räumlichkeiten</h3> In anderen Bezirksgemeinschaften bzw. Sozialsprengeln wird noch nach geeigneten Räumlichkeiten gesucht. „Bis diese gefunden sind, werden in diesen Sprengeln die Einstufungsteams auch weiterhin zu den Betroffenen nach Hause kommen“, so Critelli.<BR /><BR />Für alle anderen aber heißt es, sofern nicht ausdrücklich im ärztlichen Befund beim Antrag um Pflegeeinstufung angegeben, ab in den Sprengel. Laut Schätzungen Critellis müssen rund 2 Drittel aller Senioren diesen Weg auf sich nehmen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-60367911_quote" /><BR /><BR />Die Einstufung in die erste Pflegestufe von Amts wegen sei ja eine gute Sache, so Rieder. „Dass sich aber alle Senioren, die nicht bettlägerig sind, zur Einstufungskommission begeben müssen, ist mehr als umständlich“, so die Team K-Abgeordnete. Für die Senioren sei schon der Besuch des Einstufungsteams in den eigenen 4 Wänden Aufregung genug. <BR /><BR />Dass es gelingt, die Anzahl der Einstufungsteams aufzustocken, bezweifelt Rieder – trotz derzeitiger Auswahlverfahren im Burggrafenamt und Bozen. Wolle man die Krankenpflegerinnen, die die Einstufung durchführen, wirklich entlasten, müsse der gesamte administrative Teil an die Verwaltung ausgelagert werden, ist Rieder überzeugt. Und noch einen konkreten Vorschlag hat sie, die Pflegeeinstufung weiter zu beschleunigen. „Das beste wäre, für die Einstufung den ärztlichen Befund heranzuziehen“, so Rieder. „Denn mehr Personal bei den Einstufungsteams wird es sicher nicht – wohl eher weniger.“<BR />