Mittwoch, 05. August 2020

Vierschach: Auch nach Monaten keine Erinnerung an Mordnacht

Vergebens hat die Verteidigung von Mustafa Zeeshan (38) bis jetzt gehofft, dass seine Erinnerung an die Nacht auf den 31. Jänner zurückkehren würde – jene Nacht, in der er dem Verdacht der Ermittler zufolge in der ehelichen Wohnung in Vierschach seine Frau Fatima (27) getötet haben soll. Nun soll geprüft werden, ob Zeeshan einsichts- und willensfähig ist.

Mustafa Zeeshan erinnert sich weiterhin nicht an die Nacht, in der er seine Frau in Vierschach ermordet haben soll.
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Mustafa Zeeshan erinnert sich weiterhin nicht an die Nacht, in der er seine Frau in Vierschach ermordet haben soll. - Foto: © DLife/LO
Dazu reicht die Verteidigung in diesen Tagen bei U-Richter Emilio Schönsberg einen Antrag auf ein Beweissicherungsverfahren ein, in dessen Rahmen ein psychiatrischer Amtssachverständiger Zeeshans Zustand beurteilen soll – sowohl an dem Tag, als seine hochschwangere Frau starb, als auch derzeit.

Wie berichtet, hatte Zeeshan nach seiner Verhaftung die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme verweigert und auch mit niemandem gesprochen, weshalb er vorerst im Spital behandelt wurde.

Mitte Februar konnte er dann ins Bozner Gefängnis überstellt werden, wo er seit damals einsitzt. An die Tat, die ihm angelastet wird, will er sich bis heute aber nicht erinnern können. Laut Autopsie war Fatima Zeeshan geschlagen, getreten und dann erstickt worden.

Das ungeborene Kind hatte den Angriff nicht überlebt. Deshalb wird dem Ehemann neben Mord auch ein durch Gewaltanwendung herbeigeführter Schwangerschaftsabbruch zur Last gelegt.

Bekannte des Paares hatten erklärt, dass sich Mustafa Zeeshan sehr auf sein Kind gefreut hatte und sich rund um den Geburtstermin eine Woche frei nehmen wollte. Das mögliche Tatmotiv liegt also weiter im Dunkeln, es herauszufinden bleibt Kernpunkt der Ermittlung.

rc

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