Montag, 07. September 2020

Villnöß: Fast 100 gerissene Schafe

Bevor er am Tag der Autonomie das Naturparkhaus Puez-Geisler besuchte, ist Landeshauptmann Arno Kompatscher am Samstag mit den Villnösser Schafzüchtern zu einer Aussprache zusammengekommen. Das berichten die „Dolomiten“ am Montag.

Ein in Villnöß gerissenes Brillenschaf.
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Ein in Villnöß gerissenes Brillenschaf. - Foto: © Christof Kofler
An dem Treffen nahmen die Schafzüchter des Tales mit ihrem Obmann Günther Pernthaler, Bürgermeister Peter Pernthaler, der Landtagsabgeordnete Helmut Tauber und ein Vertreter des Südtiroler Bauernbundes teil. Thema waren die vielen Schafsrisse durch Wolf und Goldschakal in diesem Sommer.

„Auch in den vergangenen Tagen waren wieder einige Risse durch den Goldschakal zu beklagen. Insgesamt wurden heuer 97 Schafe gerissen“, bedauert Bürgermeister Peter Pernthaler. Deshalb haben die Züchter des Villnösser Brillenschafes Mitte August vorzeitig ihre Tiere von der Koflwiese abgetrieben.

Situation in Rom geschildert

„Wir sind sehr froh, dass sich der Landeshauptmann Zeit genommen hat, um uns über den aktuellen Stand in Sachen Großraubtiere und über sein Treffen mit Ministerpräsident Conte zu berichten“, sagt Peter Pernthaler. Kompatscher habe mit Conte über Wolf und Goldschakal gesprochen und ihm auch die Situation in Villnöß mit den vielen Rissen in diesem Sommer und dem dadurch bedrohten Villnösser Brillenschaf geschildert.

Brillenschafe vom Aussterben bedroht

„Es war uns sehr wichtig, dass die Situation hier vor Ort bei den Verantwortlichen in Rom deponiert wird und dass dabei zum Ausdruck kommt, dass auch das Villnösser Brillenschaf vom Aussterben bedroht ist“, betont Pernthaler. Zumal es den Villnössern wichtig sei, strategisch vorzugehen, „und nicht mit dem Kopf durch die Wand“.

Kompatscher habe den Landwirten auch Mut zugesprochen und sie dazu ermuntert, mit der Zucht des Villnösser Brillenschafes weiterzumachen und nicht aufzugeben. „Wir hoffen, dass wir Gehör finden, denn die Züchter wollen zwar weitermachen, dafür muss aber auch etwas geschehen“, meint der Bürgermeister. Es sei daher auch wichtig, dass sich der Landeshauptmann und die Landesregierung dafür einsetzten, dass die Aufzucht nicht weiter gefährdet wird.

mf