Mittwoch, 08. Dezember 2021

Virologe: BioNTech-Impfstoff schützt nur teils gegen Omikron

Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer bietet offenbar nur teilweisen Schutz gegen die Omikron-Variante des Coronavirus.

Omikron wurde bereits in mehreren Ländern nachgewiesen (Symbolfoto).
Omikron wurde bereits in mehreren Ländern nachgewiesen (Symbolfoto). - Foto: © shutterstock
Das teilte Laborleiter Alex Sigal vom Africa Health Research Institute in Südafrika auf Basis vorläufiger Ergebnisse mit. Dass Omikron den Schutz von Impfstoffen komplett aushebeln könnte, hält die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aber für „höchst unwahrscheinlich“. BioNTech-Chef Ugur Sahin erwartet belastbare Daten dazu am Mittwoch oder Donnerstag.

Es gebe einen sehr großen Rückgang bei der Neutralisierung von Omikron. Die Neutralisierung von Omikron habe im Vergleich zu einem früheren Covid-Stamm „sehr stark abgenommen“, erklärte Sigal auf Twitter. Sein Labor habe Blut von zwölf Personen untersucht, die mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer geimpft sind, heißt es in der auf der Website des Labors veröffentlichten Studie. Dabei sei ein 41-facher Rückgang der neutralisierenden Antikörper gegen die Omikron-Variante beobachtet worden. Die vorläufigen Daten wurden noch nicht von Fachkollegen geprüft.

Noch keine aussagekräftigen Studien

Es gibt auch noch keine aussagekräftigen Studien darüber, wie sich die Impfstoffe von Moderna, Johnson & Johnson und anderen Arzneimittelherstellern gegen die neue Variante verhalten. Der führende US-Experte für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, sagte am Dienstag, dass vorläufige Ergebnisse darauf hindeuten würden, dass die Variante wahrscheinlich einen höheren Grad der Übertragbarkeit aufweise, aber weniger schwerwiegend sei. BioNTech-Chef Sahin ging am Dienstag davon aus, dass eigene Daten zur Wirksamkeit des Vakzins gegen die Omikron-Variante am Mittwoch oder Donnerstag vorliegen könnten. Das sagte er dem US-Sender NBC News.

Für den WHO-Experten Michael Ryan ist es „höchst unwahrscheinlich“, dass die neue Omikron-Variante des Coronavirus den Schutz von Impfstoffen komplett aushebeln könnte. „Wir haben hochwirksame Impfstoffe, die sich bisher gegen alle Varianten als wirksam erwiesen haben, was schwere Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte angeht“, sagte der Leiter der WHO-Notfallabteilung am Dienstag. „Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass dies bei Omikron nicht der Fall sein könnte“.

Der irische Arzt bestätigte auch frühere Experteneinschätzungen, wonach eine Ansteckung mit der neuen Variante weniger schwere Symptome hervorrufen könnte. „Das allgemeine Verhalten, das wir bisher beobachten, zeigt keine Zunahme des Schweregrads“, sagte er. Zuvor hatte sich Fauci ähnlich geäußert. Ryan betonte jedoch, dass die Analyse der neuen Variante noch „ganz am Anfang“ stehe.



apa